NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT
In der Frankfurter Rundschau meldet sich diese Woche Doris Ahnen von der SPD in unserem Sinne zu Wort.
Höchste Zeit. In der Süddeutschen findet sich schon ein Artikel, der davon berichtet, dass immer mehr Studierende wegen der Mehrfachbelastung durch Studium und mehrere Jobs unter psychisch-psychosomatischen Burn-Out-Syndromen leiden, wie sie früher nur unter Mangagern vorkamen.
Sich lebenslang bleibende Schäden wie Tinnitus einzuhandeln, nehmen Studierende in Kauf, obwohl die Wirtschaft Studienabschlüsse gehalts- und karrieremässig immer weniger überhaupt honoriert.
Liebe Studierende, Liebe Interessierte an einem Hochschulstudium, macht Euch besser schon heute damit vertraut, dass z.B. im Metall- und Elektronikbereich die Entgelte heute, was auch die Gewerkschaften mit verschuldet haben, so geregelt sind, dass Bildungsabschlüsse keine Rolle mehr spielen. Man hat schon von einstellenden Führungskräften gehört, die nicht mehr unterscheiden zwischen Leuten, die ein Studium nach einem Semester wieder abgebrochen haben und Leuten die das gleiche Studium mit Titel und Magna Cum Laude abgeschlossen haben. Beide kommen einfach in die Schublade "hat das und das studiert".
In den meisten Firmen ist es sogar verpöhnt, jegliche akademische Titel unterhalb des Doktortitels innerbetrieblich überhaupt in irgendeiner Form zu verwenden.
Und dann fragt Euch, ob sich dafür der ganze Stress überhaupt noch lohnt. Selbst würde ich meinen Kindern heute nur noch raten, lieber eine kaufmännische Ausbildung bei einem Grosskonzern zu machen. Da seid ihr viel schneller und kostenneutraler auf der Karriereleiter, als ihr es mit einem Studium je sein könnt.
Wenn solche Ratschläge wie momentan in privaten Kreisen überall der Fall -- Hallo, Wirtschaft aufwachen! -- nicht ausufern sollen einen Fachkräftemangel v.a. im technischen Bereich weiter befördernd, sollten Unternehmen und Staat einmal überlegen, was sie momentan den Fachkräften und dafür Ausbildungswilligen gegenüber alles falsch machen.
Die heutigen Fachkräfte besser zu behandeln, wäre die beste Werbung dafür, junge Leute für die Fachkräfte-Ausbildung zu akquirieren.
Stattdessen versuchen Deutschlands Unternehmen nun mit jährlich zelebrierten "Girls-Days" als Ausgleich vermehrt die über diese Nachteile noch wenig ahnenden Frauen in solche Berufsbilder zu locken. Oder sie streiten darum, mit soganannten Anfängerprämien als Einmalzahlung sich gegenseitig die immer seltener werdenden Bewerber gegenseitig abzuwerben. Die wahren, selbstverantworteten Problemursachen für den Mangel werden nicht angegangen.
Und natürlich will man wieder ausländische Fachkräfte ins Land holen und trotz anfänglichen -- zumindest öffentlich simulierten -- Widerstandes der Fr. Merkel hat man dazu wieder eine Gesetzesänderung erreicht (z.B. Bericht dazu aus der NeuenPresse.de). Dem muss die einheimische Mittelschicht natürlich mit besonderem Argwohn gegenüberstehen, zumal wenige Wochen nach der Senkung des notwendigen Mindesteinkommens, von Wirtschaftsseite bereits die nächste kräftige Absenkung gefordert wird!
Noch gut in Erinnerung ist, dass die erste Zuzugserleichterung viele der ersten Absolventen der von der deutschen IHK viel zu spät geschaffenen Ausbildungsberufe in den neuen Informationstechnologien direkt in die Jugendarbeitslosigkeit überführte. Neben einem stattlichen Mindesteinkommen für den dauerhaften Zuzug, der damals alleine öffentlich diskutiert wurde, hatte man nämlich im Schatten der Medienöffentlichkeit mit dem gleichen Gesetz zeitlich befristete Beschäftigung und Aufenthalt nahezu völlig geöffnet.
Damit dieses, unsere Land im globalen Wettbwerb bestehen kann, muss Deutschland die Ausbildungswilligkeit seiner Jugend gerade im naturwissenschaftlich-technischen Bereich fördern. In Sonntagsreden beschwören dieses alle Vertreter aus Politik und Wirtschaft regelmäßig. Die deutsche Mittelschicht hat aber sehr wohl zur Kenntnis genommen, dass sämtliches Handeln dieser Sonntagsredner derzeit und bereits seit Jahren genau entgegengesetzt läuft, ähnlich wie in der Familienpolitik und bei dem Thema "Politik für die Mitte, für die Mittelschicht in diesem Land". Und die Zeit ist nicht mehr fern, da wir uns dieses so auch nicht mehr werden gefallen lassen.
Fr. Ahnen, vielen Dank für die Forderung zu einer generellen Abschaffung der Studiengebühren. Bei Mittelschicht.com diskutieren und fordern wir dieses schon einige Zeit, kommentieren und diskutieren Sie mit, unter "Umfrage Senkung der Studien/Einschreibgebühren" . Besten Dank.
NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT
1:0 Für Lufthansa? Auf tagesschau.de erwecken erste Berichte den Eindruck, dass der Lufthansa -Streik ins Leere läuft. Angeblich fliegen alle Flüge pünktlich ab. Gibt es nur Probleme mit den belegten Brötchen für die erste Klasse und kleinere Verzögerungen bei der Gepäckausgabe?
Auf bild.de wird dagegen davon gesprochen, dass 142 Flüge vorsorglich von Lufthansa abgesagt wurden. Na was denn nun?
Bild berichtet von "Streik-Angst". Die Frage ist, wer hat da nun eigentlich Angst? Gestreikt wird ab heute auch in anderen Ver.di-Bereichen: Kitas, Müllabfuhr u.a. städtische Dienstleistungen. Und gar die Lokführer sind wieder mit dabei.
Streiks sind nicht schön, keine Frage, aber manchmal eben notwendig und letztlich helfen sie allen Arbeitnehmern.
Bei Mittelschicht.com wurde seit einiger Zeit darauf hingewiesen, dass Politik und Medien gerade wieder dabei sind, eine Priorität-Eins-Diskussion zu verpassen, die auf allen Kanälen öffentlich hätte geführt werden müssen:
Ist es nach den galoppierenden Preisanstiegen seit fast zwei Jahren nicht eine Notwendigkeit, dass der Kaufkrafterhalt für die Menschen auf die Tagesordnung gesetzt wird in Form von entsprechenden Lohnerhöhungen und Betragsanpassungen im Steuer- und Sozialbereich?
Brauchen wir nun nicht gerade die Zweitrundeneffekte, vor denen die EZB seit Monaten warnt?
Die Folge verpasster Kommunikationsbedarfe sind nun einmal Auseinandersetzungen der anderen, härteren und längeren Art.
Politiker, die die notwendige mündliche Auseinandersetzung, die sie als unsere Volksvertreter sogar hätten führen müssen, verpasst haben, melden sich nun zu Wort. Sie mahnen die Falschen, z.B. auf Bild.de der "CDU-Wirtschaftsexperte" Michael Fuchs. Ein Trauerspiel, das aber natürlich System hat.
In diesem Weblog wies ich bereits darauf hin, dass Lohnforderungen von 8% auf Jahressicht bzw. 16% auf Zweijahressicht jetzt Not tun. Ver.di fordert nun erstmals bei Lufthansa 9,8% auf Sicht von einem Jahr. Geboten werden knapp 7% auf zwei Jahre, also im Schnitt 3,5% auf Jahressicht. Das ist zu wenig.
In Folge der unerwartet schnell anziehende Inflation wurden die Lohnerhöhungen der letzten Jahre zu niedrig angesetzt. Dieses muss nun ausgeglichen werden. Auch liegt die aktuelle reale Inflation für "Normalverdiener" vermutlich weit höher als die momentan bei 3,3% (europaweit 3,9%) angesetzte offizielle Inflationsrate. Dazu kann ich Ihnen demnächst auf Mittelschicht.com einen fachlich sehr fundierten Hintergrundartikel in Aussicht stellen.
Ärgern Sie sich nicht, falls Sie in den nächsten Wochen irgendwie unter den Streiks Nachteile erleiden. Freuen Sie sich über die Aussicht auf kräftige, den erlittenen Preisschock heilende Gehaltserhöhungen.
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NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT
Über die aktuelle Mitgliederentwicklung bei den beiden großen Volksparteien gab es am Wochenende Neues. Die Kollegen von Tagesschau.de haben die Schlagzeilen-Formulierung dazu nun mit Abstand am treffendsten gemeistert:
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NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT
Neben Obamas Rede gab es letzte Woche eine zweite, noch viel wichtigere politische Rede in Berlin, die leider einmal wieder im Vergleich viel zu wenig Beachtung fand.
Die Atmosphäre war bedenklich: Einer der größten noch lebenden Politiker der Bundesrepublik Deutschland gab vor eindrucksvoll schweigsamer und historischer Kulisse den neuen Soldaten der deutschen Bundeswehr und uns allen weise Worte mit auf den Weg:
„Wir alle bleiben als Menschen verführbar.“ Uns nicht verführen zu lassen, aus der Geschichte zu lernen, das ist unser Auftrag. In der Weimarer Republik wurde die Demokratie am Ende einfach weggeworfen wegen überwindbarer Probleme.
Wie sieht es damit heute aus? Laut Umfragen hält bereits eine Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr viel von der Demokratie.
Die Demokratie aber ist unser einziges Schiff auf einem stürmischen Meer der Anarchie und der Unrechtmäßigkeit. Einem Meer voller wilder Haie mit der Willkür der Stärkeren. Ein solches Boot versenkt man nicht einfach, weil Wasser eindringt oder der Motor ausgefallen ist. Ein solches Boot muss jeden Reparaturversuches, jeder Fehleranalyse Mühe wert sein, jeglicher Anstrengung, die notwendig ist, es zu retten.
Einige Forenmitglieder der MITTELSCHICHT.COM haben sich bereit erklärt, eine entsprechende analysierende Diskussion in den nächsten Monaten im Forum der MITTELSCHICHT.COM zu führen und natürlich laden wir Sie mit ein, dabei zu sein.
Für heute will ich mich darauf beschränken zu fragen, wie es denn mit den Verführern aussieht. Es gibt vor allem drei wesentliche extremistische Strömungen, die alle im stärker werden begriffen sind, d.h. immer erfolgreicher Menschen verführen:
Linksextreme, Rechtsextreme und Neoliberale, d.h. sozialistische, nationalistische und liberalistische. Fragt sich welche von diesen Extremisten derzeit die gefährlichste Strömung ist?
So genannte Neoliberale, wahrscheinlich werden Historiker erst im Nachhinein einen treffenderen Ausdruck für sie finden, sind bereits nahezu überall an den Regierungen beteiligt, mindestens in Form von wirksamer Beeinflussung der tatsächlichen Politik und versuchen bereits maßgeblich über die EU-Ebene sich in ihrem Wirken für die Gesamtheit der demokratischen Kontrolle zu entziehen. Gemäß ihrer Ideologie soll die heutige Mittelschicht Unterschicht und die Unterschicht Elendsschicht werden, die Mittelschicht soll weitgehend aufhören zu existieren.
Wesentliche Bildung und Ausbildung soll bald nur noch den Kindern der Reichen zur Verfügung stehen. Die Rufe nach Eliteschulen, Privatschulen, die Einführung von Büchergeld und Studiengebühren sind davon erst der Anfang.
Natürlich geben sie das Ziel heute noch nicht zu. Kein Verführer macht dieses in der frühen Phase der Verführung.
Vollumfängliche Gesundheitsversorgung, Sicherheit etc. auch das fangen sie an uns abzusprechen. Der Staat soll schlanker werden, deshalb betreiben sie seit Jahren massive Privatisierungen. Nur ein mächtiger Staat kann den schwächeren Mitgliedern der Gesellschaft Schutz bieten und das wollen diese liberalistischen Extremisten nicht. Alle Schwächeren sollen beliebig der Willkür ihrer Geldmacht ausgeliefert sein.
Sie verführen uns und unsere Kinder mit systematischen Verdummungs- programmen im Fernsehen und auf der Spielkonsole und sie sind erfolgreich dabei. Sie verfolgen besonders auf dem Lande und in den Kleinstädten noch gesunde alte Menschen unter Verletzung deren Menschenrechte und nehmen ihnen gegen ihren Willen und oft auch gegen den Willen von Familie und gesetzlichen Erben noch zu Lebzeiten ihr Vermögen ab. Und die Gesellschaft regt sich auf über Amerikas Guantanamo sieht aber hier seit nunmehr fast über 17 Jahren weg und fordert nicht die Abschaffung des in der Praxis alte Leute entwürdigenden Betreuungsrechtes von 1992. Dieses ist eine wahre Schande, da zahlreiche seriöse Fernseh- und Presseberichte seit Jahren über die katastrophalen Folgen für die betroffenen Menschen versuchten aufzuklären.
Warum geht niemand mit Nachdruck der Frage nach, ob bezüglich diesem Thema die Deutschen nicht schon wieder soweit sind, dass sie im eigenen Lande systematisch begangene Menschenrechtsverletzungen auch im Zusammenhang mit dem bekannten Pflegenotstand in unseren Altenheimen ignorieren, nur weil sie an einer Minderheit von Menschen mit einem Lebensalter über 60 Jahre vergangen werden? Sehr fürchte ich, es ist in diesem Punkt bereits wieder so weit.
Warum beschäftigen sich junge Leute nicht damit, anstatt sich nachmittag für nachmittag mit immer weiter verdummenden Talkshows und Spielkonsolenkunstfilmen bespulen zu lassen?
Die die verstehen, sind oft nicht besser und lassen sich verführen von den Rechten, deren Strategie es ist über den Druck der Gewalt der Straße mächtiger und mächtiger zu werden, weshalb diese Verführer gefährlich bleiben, auch wenn sie in Deutschland nach wie vor sich nicht leicht tun, sich in der realen Politik zu etablieren.
Hier sind die Linken weiter. Ihre Strategie ist die Systemkritik ohne Gegenmodelle, denn das Gegenmodell, das diese Verführer am Ende aus der Tasche ziehen, war, ist und wird immer der reale Sozialismus sein, die Umkehrung bestehender Unrechtssysteme in Unrechtssysteme mit umgekehrten Vorzeichen.
Lassen wir uns nicht verführen. Es geht nun alleine darum, das stotternde Schiff Demokratie wieder zum Fahren zu bringen, die Lecks abzudichten, bevor wir in neuen Verführungen untergehen.
Lassen Sie sich von den Medien und der neuesten Propaganda der Wirtschaft nicht verführen, dass wir alle unsere politische und soziale Kraft nun in die Senkung der CO2-Emissionen setzen sollen. Vielmehr gibt es zur Zeit mit Abstand kein wichtigeres gesellschaftliches Thema, als die Rettung der Demokratie westlicher Prägung vor den neoliberalen Verführern und all den anderen.
Link: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video353002.html
NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT
Hier zu Lande kennt man es von den CDU/CSU-Oberen, Sprüche wie "Die Freiheit muss jeden Tag neu erkämpft werden". Mich macht das seit je her misstrauisch, wenn das aus dem Munde der politisch Etablierten kommt.
Es hört sich immer so an, als wollten JENE die Freiheit für UNS erkämpfen.
Diese Sätze sind aber nur -- oder besser gesagt -- gerade insoweit wahr, als dass es an jedem Tag, zu jeder Zeit Leute gibt, denen gerade ein Stück Freiheit weggenommen wird und meistens von niemanden Anderem als den etablierten Polit-Mächtigen.
Die Mittelschicht hier zu Lande kann ein Lied davon singen.
Es kommt darauf an, dass DIE in solchen Situationen Unmächtig-Erscheinenden und Sich-Ohnmächtig-Fühlenden SELBST aufbegehren und sich IHRE Freiheit zurückkämpfen, wie gerade die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lufthansa, denen wir ab Montag mehr die Daumen drücken sollten, als vor einigen Wochen unseren Jungs, Poldi, Schweini, Philipp, Michael und Co, die ja nur spielten. Ver.di-Flaggen an unsere Autos!
Die Mächtigen wenn besagte Sätze sprechen, wollen meist nur verführen, zu etwas, das uns noch mehr Freiheit, noch mehr Lebensstandard und Lebenswürde kostet. In unserem Mittelschicht.com-Forum hieß es ja dazu schon einmal sehr schön: Sie können technische Dienstleistungen delegieren. Aber die Verwaltung und Vermehrung Ihres Vermögens, die Vertretung Ihrer Rechte, das sind Dinge, die in Wahrheit nicht delegierbar sind, die sie nur selbst tun können, wenn die potenziellen Beauftragten mächtiger als Sie selbst sind. In jeder anderen als einer völlig heilen Welt werden Sie dabei um Ihren Wohlstand, um Ihre Rechte, um Ihre Freiheit betrogen werden. Unsere gegenwärtige Welt ist von der heilen bekanntlich himmelweit entfernt.
Es kommt darauf an, dass SIE SELBST aufbegehren und sich Ihre Freiheit zurückkämpfen.
Das wird eben gerade nicht dadurch erreicht, einem etablierten US-Senatspolitiker Barack Obama zuzujubeln, wenn er solche Sätze sagt. Es brachte auch damals nichts, Franz Josef Strauss zuzujubeln, als er das sagte. Und Fr. Merkel hat solche Sätze auch schon desöfteren gesagt und ist bereits seit Längerem unsere Regierungs-Chefin. Ist für uns seitdem irgendetwas besser geworden?
Es kommt darauf an, sich zu organisieren in Initiativen wie der unseren. Alleine das vernetzt sein und wenn es nur über Email-Adressen und Internet-Foren ist, macht Sie ein Stück mächtiger -- und bekanntlich haben wir ja noch viel mehr als das auf dem Lager -- gegen alle, die Ihre, die unsere Freiheit auf dem Kieker haben. Und davon, auch wenn Sie das noch nie besonders gerne wahr haben wollten, dürfen Sie es uns trotzdem glauben, gibt es da draussen nicht wenige: Menschen, die jeden Tag mit Hochdruck daran arbeiten, Ihnen Ihren kleinen Wohlstand und Ihre kleine Freiheit immer weiter abzunehmen, auch wenn sie noch nichts Näheres als ein paar Zahlen über Sie wissen.
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Weiterer interessanter Artikel zu diesem Thema auf Nachdenkseiten.de.
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Ob die Demontierer der Grundrechte der Versammlungsfreiheit und der Unverletzbarkeit der eigenen Wohnung aus der bayerischen CSU teilgenommen haben?
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Link: http://www.tagesschau.de/kommentarpendlerauschale102.html
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Mittlerweile sind sich ALLE Parteien mehr oder weniger darüber im Klaren, dass sie mit der damals von allen befürworteten Abschaffung der Pendlerpauschale für die ersten 20 km Bullshit angerichtet haben.
Nur Frau Merkel möchte sich diesen Kardinal-Fehler während Ihrer Regierungszeit noch nicht eingestehen und bleibt hart.
Was da nun in Sachen Berichtigung des offensichtlich Falschen an Gezaudere vor sich geht ist eine Farce.
Die Gegner tun sich immer schwerer und reden größtenteils Unsinn, z.B. mit dem Argument der nicht absetzbaren teueren Miete. Das Wohnen ist immerhin größtenteils privat und mit der Fahrt zur Arbeit nicht zu vergleichen. So wie den Pendlern die Rückfahrt nicht angerechnet wird, weil sie private Erledigungen machen können. Auch trifft die Abschaffung für die ersten 20 Kilometer gerade die Leute, die relativ nahe an der Firma wohnen -- möglicherweise zu hohen Mietpreisen. Deshalb verfängt solcherlei Argumentation nicht.
Und auch die Frage der Gegenfinanzierung stellt sich nicht, weil es sich um die Wiederherstellung eines selbstverständlichen Anspruches handelt und nicht um irgendein Almosen. Die größte Unverschämtheit der Abschaffung wird so bloß wiederholt: Die angebliche Subvention als Begründung, die durchaus geeignet war und immer noch ist, die pendelnde Arbeitnehmerschaft zu beleidigen. Sie wird degradiert zu einem unberechtigten Bittsteller vor und nach dem man sie bestahl. Ob es nach dem hoffentlich gerechten Urteil des BVG seitens der Politik eine Entschuldigung an die Pendler geben wird ?
Dem Bund würde die Korrektur lt. Hrn. Huber (CSU) ca. eine Dreiviertel-Milliarde Euro kosten. In der taz habe ich einen Artikel gefunden, in dem deutlich wird, dass Fr. Merkel offensichtlich keine Probleme damit hat, wirkliche Steuergeschenke in vergleichbarer Höhe sang und klanglos zu billigen, wenn damit Finanzheuschrecken gefüttert werden.
Kommentare und Diskussion hierzu wieder gerne in unserem Forum.
Link: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucherpreise100.html
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Offizielle Inflationsrate mittlerweile 3,3%, gefühlte Inflationsrate 12%, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen, also vermutlich bei ca. 7,7%.
Angenommen in Folge würde Ihr Einkommen dieses und nächstes Jahr entsprechend um je 8% erhöht, damit Sie auch weiterhin mit der gleichen Kaufkraft entlohnt werden.
Zusätzlich würde der Staat alle Beträge im Steuerrecht an die mittlerweile eingetretene Kaufkraftentwicklung anpassen und Sie würden dadurch die auf zwei Jahre Sicht vollen 16% Lohnerhöhung nicht nur brutto, sondern auch netto voll zur Verfügung haben.
Und angekoppelt an die Lohnentwicklung würden auch alle Sozialleistungen, Renten etc. an die neue Kaufkraftentwicklung angepasst, so dass Sie entsprechend gestellt werden, auch wenn Sie Rentner, Student oder Hartz-IV-Empfänger sind.
Wo hätten Sie dann noch ein Problem mit den hohen Preisen?
Lassen Sie sich nicht einreden, es gäbe praktische Gründe gegen die genannten Maßnahmen. Der Staat verdient in Wahrheit durch die gegenwärtige Inflation bei allen umsatzbezogenen Steuern schon heute genau das benötigte Geld mehr. In Folge der Umsetzung der oben bezifferten Lohnerhöhungen würde er dieses auch bei der Einkommenssteuer und bei der Sozialversicherung tun, in Summe also bei allen Einnahmen.
Auch eine so genannte Preis-Lohn-Spirale ist kein K.O.-Kriterium dagegen, da diese Spirale wegen des geringen Lohnkostenanteils nach wenigen Jahren sehr schnell zu Ende gekreist hätte.
Und da die Preissteigerungen in den Niedriglohnländern derzeit noch viel mehr eskalieren, da sie eben nicht lohnkostengetrieben, sondern rohstoff- und energiekostengetrieben sind, steigen dort die Löhne notwendig sogar noch viel stärker. Bei den Menschen dort geht es nämlich z.B. hinsichtlich der Lebensmittelpreise um das schiere, nackte Überleben. Die Preise der Produkte aus diesen Ländern steigen in Folge auch bereits an. Diesem Effekt zum Dank stärken die hohen Energie- und Lebensmittelpreise ganz erheblich unsere eigene Stellung im globalen Wettbewerb, ebenso, wie wenn in Folge lohngetriebener zusätzlicher regionaler Inflation unser Euro im Außenverhältnis billiger würde. D.h. auch im wirtschaftlichen und globalen Kontext sind Lohnerhöhungen wie oben gefordert vertretbar.
Unser Problem sind also nicht die hohen Preise. Unsere Wut wird gegenwärtig lediglich von den Medien systematisch auf dieses Abstraktum kanalisiert und „versackgasst“, um die wahren Urheber vor unserem Zorn zu schützen. Dieser Zorn sollte sich richten auf die, die unsere derzeitige „mindestens gefühlten Existenzkrise“ in Wahrheit verursachen:
- Gegen die Gewerkschaften, die nicht einfordern, dass von den dafür zuständigen offiziellen Stellen endlich eine für die Normalverdiener zutreffende Inflationsrate berechnet wird und dass diese wahre Inflationsrate in Folge von den Arbeitgebern durch die jährlichen Lohnerhöhungen ausgeglichen wird.
Viele der derzeit angewandten Inflationsberechnungsprinzipien gelten mittlerweile selbst in Fachkreisen als äußerst fragwürdig. Z.B. weichen die Konsumenten angeblich von sich verteuernden Produkten auf billiger werdende Produkte aus. Doch ich kann mir als Ersatz für teuereres Essen oder Benzin ja nicht zwei Notebooks und zwei PCs kaufen, nur weil diese billiger geworden sind. Vielmehr stelle ich fest, dass ich immer weniger Geld z.B. für die Anschaffung von ständig billiger werdenden Import-Elektronik-Schnick-Schnack übrig habe, da die Dinge, die ich notwendig brauche, so teuer geworden sind. D.h. im Effekt profitiere ich überhaupt gar nicht mehr von den Dingen, die angeblich immer noch billiger werden.
Desweiteren sollte sich unser Zorn gegen folgende eigentliche Problemursachen wenden:
- Gegen beide Tarifparteien, also auch die Arbeitgeber, die in den Lohnverhandlungen offenbar nicht mehr das Ziel verfolgen, mindestens die Kaufkraft der bestehenden Löhne als Besitzstand der Arbeitnehmer anzuerkennen und durch Lohnerhöhungen in erforderlicher Höhe zu erhalten. (Siehe unser Artikel zum jüngsten Tarifabschluss im Einzelhandel)
- Gegen die Politiker, die die Inflation für schleichende staatliche Mehreinnahmen ausnutzen, Steuererhöhungen, die nicht einmal angekündigt und politisch durchgesetzt werden müssen, sondern einfach durch Vernachlässigung der Anpassung bestehenden Rechtes eingeheimst werden. Nur deswegen steht Hr. Steinbrück zur Zeit wie der genialste Bundesfinanzminister aller Zeiten da.
- Gegen die europäische Notenbank, alle Politiker und alle zweifelhaften Wirtschaftsexperten, die im Lande eine Stimmungsmache betreiben gegen die nun notwendigen massiven Lohnerhöhungen zum Zwecke des Kaufkrafterhaltes der Arbeitnehmer.
Stattdessen schimpfen alle Otto-Normal-Bürger wieder und wieder im Chor über die höheren Benzinpreise vor Urlaubsbeginn und über die höheren Preise an der Käsetheke usw. Das ist stupide, uneffektiv, aber gewollt.
Dagegen ist die wahre Ursache der gegenwärtigen Inflation, dass der größte Anteil der insgesamt vorhandenen Geldmittel immer mehr in den Händen von Leuten ist, die es nicht mehr nötig haben, mit diesen Geldern realwirtschaftlich zu operieren, da sie so viel Geld besitzen, dass es für sie ein echtes Problem darstellt, das in einem Lebensalter noch für irgendetwas Sinnvolles auszugeben. Der "ominöse" Dr. Wo, auf unserer Seite verlinkt, nennt dieses Phänomen „Meudalismus“. Auch wenn ich persönlich diese Darstellung des Problems der Geldakkumulation etwas seltsam finde: In der Sache ist das alles richtig und nachweisbar.
Dieses ist die ursächliche pathologische Anomalie unserer gegenwärtigen Wirtschaftsverfasstheit. Alle anderen Krankheiten sind lediglich Symptome davon. Virulentes Geld könnte ebenso gut eine Deflation auslösen, wenn wie in Japan, die Leute, die damit nichts mehr Sinnvolles anzufangen wissen in Produktionsüberkapazitäten investieren. Letzteres hat den Vorteil, dass es wenigstens Arbeitsplätze schafft und von den Politikern nicht so leicht für verdeckte Steuererhöhungen ausgenutzt werden kann.
Das virulente Geld im Rest der Welt wird nun stattdessen eingesetzt um Rohstoffe denen wegzukaufen, die realwirtschaftliches Interesse an diesen Rohstoffen haben. In Folge steigen die Preise für diese Rohstoffe. Die Spekulanten gewinnen immer weiteres Geld, das in deren Händen sich automatisch wieder in virulentes Geld verwandelt usw.
Mit solchem Geld wird realwirtschaftlich unsinnig gehandelt und die Wirtschaft in Folge durch atypische Kapitalbewegungen geschädigt, am Ende zerstört.
Alles was die Kapital- und Geldakkumulation weiter befördert, beschleunigt auf diese Weise nur weiter den Untergang der heute globalen Realwirtschaft. Alle dazugehörigen Symptome werden so zwangsläufig verschlimmert, egal ob diese nun deflatorische oder wie aktuell inflatorische Züge besitzen.
Kaufkrafterhaltende Lohnerhöhungen verhindern gerade, dass auch über die Realwirtschaft noch mehr Geld von Unten nach Oben umverteilt wird, zu den Kreisen, in denen Geld einen virulenten und destruktiven Charakter annimmt. Aus diesem Grund wirken starke Lohnerhöhungen in der jetzigen Situation dämpfend auf die beginnende Wirtschaftskrise, auch wenn sie die nominale Inflation, dann allerdings ohne Rückwirkung auf die bei den Massen vorhandene Kaufkraft noch etwas ausweiten. Die eine oder andere Null mehr auf unseren Geldscheinen ließe sich später notfalls per Währungsreform wieder wegdefinieren und alles wäre wieder gut. Solange uns die gleiche Kaufkraft erhalten bleibt, können wir die Nullen auf unseren Geldscheinen mit Gelassenheit sehen und später als belanglos einfach wieder wegradieren.
Niedrige Lohnerhöhungen dagegen würden weiteres Geld aus dem Realwirtschaftskreislauf in virulente Kreise überleiten und die Entwicklung weiter Richtung Weltwirtschaftskrise beschleunigen.
Sie können also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Indem Sie bei den nächsten Lohnerhöhungsrunden zusammen mit ihrer Gewerkschaft massive Lohnerhöhungen von 8 bis 16 Prozent verlangen, können Sie nicht nur etwas für die Verbesserung der eigenen finanziellen Lage tun, Sie können damit einen wirksamen Beitrag zur Rettung der gesamten Welt leisten.
Über diesen Artikel können Sie gerne diskutieren und kommentieren in unserem Forum. Dafür besten Dank.
Link: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/einzelhandel104.html
NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT
Die Beschäftigten im Einzelhandel "erhalten für die Zeit vom April 2007 bis März 2008 rückwirkend eine Einmalzahlung von 400 Euro, Auszubildende bekommen 150 Euro. Rückwirkend zum 1. April dieses Jahres steigen die Löhne und Gehälter um drei Prozent. Der neue Flächentarifvertrag läuft bis zum 31. März 2009."
D.h. für zwei Jahre eine Lohnsteigerung von 3%, also pro Jahr 1,5% bei 3-4% jährlicher Inflation. Für den Abschlusszeitraum ergibt dieses einen Lohn-Kaufkraftverlust von 3 bis 5%, den die Einzelhandelsbeschäftigten wieder einmal erleiden. Gratulation - ironischerweise! Den europäischen Notenbankchef Trichet wird's freuen.
Und für dieses schändliche Ergebnis beim Tariflohn musste Ver.di auch noch hinnehmen, dass Angestellte des Einzelhandels gleichzeitig die Samstagszuschläge verlieren. Es wird von Ver.di als ausgesprochener Erfolg bewertet, dass nicht noch weitere Ansprüche auf Zuschläge, wie etwa für Spätarbeit, gestrichen wurden: Ein Bein ist ab, aber Jubel: Ein Bein ist ja auch noch daran ... für die Amputation bei den nächsten Tarifverhandlungen in 2009.
Bemerkenswert ist, dass dieses in einer Branche passiert, die nicht in direkter Konkurrenz mit den Billiglohnländern steht, da der Einzelhandel ja schlecht seine Ladenlokale und Kaufhäuser ins anatolische Hochland verlegen kann. D.h. die Ausgangsposition der Gewerkschaft wäre in Bezug darauf also besser als in anderen Branchen gewesen und der Einzelhandel verdient an der Inflation der letzten zwei Jahre auch ganz gut mit.
Da bleibt einem nur ein verständnisloses Kopfschütteln ... Dieses ist auf jeden Fall eine Riesen-Blamage für Ver.di. Diesen miserablen Abschluss wollen die jetzt auch noch von Baden-Württemberg auf das gesamte Bundesgebiet übertragen ... Werden wir jetzt auch noch von den Gewerkschaften verraten und verkauft?
NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT
Letzte Woche gab es ja hohe Hafstrafen im BAWAG-Bankskandal in Österreich, der sehr an den Fall der deutschen Rheinboden erinnert. Beides waren, man höre und staune, Gewerkschaftsbanken: Sind am Ende die Genossen als Kapitalisten, noch unehrlicher wie der ganze Rest? Ältere Leser können sich ja noch an die CoOp-Affäre um die gewerkschaftseigene Supermarktkette erinnern.
In beiden Fällen greifen nach angeblichen ruinösen Spekulationen "amerikanische Investoren" zu: Lone Star, eine texanische "Investmentgesellschaft". J.R. Ewing lässt grüssen.
Welche Auswirkungen werden beide Fälle auf die direkten und indirekten Kunden dieser Banken gehabt haben? Zu befürchten sind z.B. auch Not-Weiterverkäufe von Krediten dieser angeblich seriösen Banken an solche Investoren, die Müntefering vor gar nicht allzu langer Zeit als "Heuschrecken" bezeichnete bzw. vielleicht sind sie ja mit dem Verkauf der ganzen Bank direkt bei diesen gelandet? Darüber hört man in der Presse einmal wieder wenig. Alleine es seien wohl Euros im Milliardenbereich den Bach herunter gegangen.
Zufällig kenne ich Leute, die in geschlossenen Fonds investiert waren, bei denen derart angeschlagene Gläubigerbanken die Kredite weiterverkauften und die Heuschrecken die Fondsgesellschaften in Folge platt machen konnten. Die Leute, es sind oder besser gesagt es waren Mittelschichtler, Kleinanleger wie Du und ich sind finanziell am Ende. Je nach Rechtsform haften sie mit ihrem privaten Vermögen sogar unbegrenzt für die Verluste der Fondsgesellschaft.
Und so etwas passiert nun seit Ende der Neunziger ständig und trotzdem lese ich gerade in der neuesten Ausgabe des Spiegel (Nr.28/7.7.2008,S.92f,"Ruhe oder Rufschädigung") 2007 haben Bundesbürger wieder 12,7 Milliarden Euro in solchen geschlossenen Fonds angelegt und selbst Anlegerschützer in diesem Milieu gelten mittlerweile als korrupt. Haben die Menschen all dieses Geld versenkt, zum Fenster hinaus geworfen?
Die Moral in unserer Geschäftswelt stirbt gegenwärtig überall. Wenn Sie eine Anlage tätigen, die über 10,20 Jahre oder länger läuft wie ein geschlossener Fonds, wie seriös die Anlage selbst und der sie anbietende Finanzdienstleister auch erscheinen mag, dann ist es in unseren Zeiten schon fast wahrscheinlich, dass sie irendwann Räubern und Banditen zum Opfer fällt. Auf was kann man sich noch verlassen? Kapitallebensversicherungen? Denkste! Lesen Sie hier. Oder sehen Sie sich den Film dazu an. Bis zu 270.000 Mittelschichtler werden in diesem Fall unter den Begleittrommeln unserer Politiker, die das mehr Eigenverantwortung nennen, auf einen Schlag in Unterschicht oder teils akute Altersarmut gestoßen!
Handeln Sie am besten künftig so, als ob jeder Finanzdienstleister, jede Bank, jede Versicherung schon morgen einem zwielichtigen Syndikat zum Opfer fallen könnte, egal für wie seriös dieser Finanzdienstleister bislang gehalten wird, denn letztendlich ist vor kriminellen Elementen in den eigenen Reihen nichts und niemand sicher. Schließen Sie eher keine langfristigen Geldanlagemodelle mehr ab, sondern versuchen Sie durch Cash-Bestand vor allem in Form von kurzfristig kündbarem Festgeld oder dem guten alten Sparbuch oder meinetwegen auch dem Sparstrumpf vor allem eigene Schulden zu vermeiden. So sparen Sie die höchsten Zinsen! Die verlangt nämlich die Bank von Ihnen -- auch -- für in vermeidbaren Notlagen geliehenes Geld! Vor allem wenn Sie jung sind, legen Sie sich nicht mit zu großen Summen zu lange fest. Wenn Sie später etwas anschaffen, landen Sie so gleichzeitig in Schulden und Positivanlagen und das ist fast immer die reinste Geldverbrennung. Und wenn Sie doch etwas längerfristig anlegen dann je Anlage und je Institut jeweils nur kleinstmögliche Beträge und die Anlagen so breit wie möglich streuen.
Die Finanzdienstleister, das ist mittlerweile meine Meinung, wollen Sie zum Gegenteil treiben: Sie durch schlechte Geschäfte soweit in die Ecke drücken, dass Sie gezwungen sind, mehr und mehr Geschäfte beim gleichen Dienstleister abzuschließen und wenn dort dann die Heuschrecke zuschlägt, sind Sie mitgefressen. Und wenn Anleger vor Finanzgerichten klagen, geben die Banken höchst eigennütziges Geschäftsgebaren dann auch regelmäßig frank und frei zu: "Wie konnten Sie so naiv sein und unserer Werbung glauben und gute Beratung in Ihrem Interesse erwarten? Geschäft ist Geschäft, am Ende mussten Sie schon selbst wissen, was Sie unterschreiben." Vor dem Abschluss von Verträgen über 3000 Euro sollten Sie heutzutage für das Kleingedruckte regelmäßig einen Anwalt hinzuziehen oder mindestens vor Unterschrift bzw. in der Widerrufsfrist zur Verbraucherzentrale gehen.
Ist die Finanzdienstleistungsbranche eine riesige und höchsteffektive Geldumverteilungsmaschine von unten nach oben? Werden richtig gut bedient einzig und alleine die Großkunden mit den Millionenvermögen, wenn das Können der Banker nicht ausreicht womöglich auf Kosten der eigenen Kleinkunden? Persönlich habe ich immer mehr diesen Eindruck und den, dass der Sozialstaat das gar nicht mehr so schnell wieder von oben nach unten umwälzen kann, als dass die Schere von Armen und Reichen nicht immer weiter auseinanderklafft und die Mittelschicht dadurch immer weiter nach unten absackt. Spätestens nach der Subprime-Krise, denn auch bei diesen faulen Finanzkonstrukten bestand ja laut Presseberichten der Verdacht, dass diese am Ende noch vor Bekanntwerden ihrer Wertlosigkeit beim Kleinanleger landen sollten, hätten Politik und Medien dieses einmal ausführlichst zum Thema machen sollen. Es ist, so meine ich, zum sich immer wieder wiederholenden Schaden der Mittelschicht bislang nicht genug darüber geredet worden!
Stellungnahme zu den heutigen Berichten über die Erhöhung des Leitzinssatzes durch die europäische Zentralbank EZB um fünfundzwanzig Basispunkte von 4 auf 4,25 Prozent (EZB Zinsentscheidung zum Leitzins).
NACHRICHTEN GELESEN AUS DER SICHT DER MITTELSCHICHT
Nicht nur, dass, wie heute vermeldet wurde, fatalerweise und mit ökonomisch destruktiver Wirkung der Zinshammer aus der Kiste geholt wird, obwohl die derzeitige Inflation garantiert nicht -- das beweisen alle aktuellen Wirtschaftsumfragen -- durch überbordende Konsumfreudigkeit erzeugt wurde, sondern mit welchen Begleittönen Trichet uns den Zins erhöht, ist eine Art "Mega-Skandal".
Es ist ein größter anzunehmender Affraint gegen die europäische Mittelschicht! Und es kann niemals gut gehen, wenn die Mittelschicht insbesondere hierzulande sich ähnliche Unverschämtheiten wieder und wieder ohne aufzuschreien gefallen lässt. Ein ähnlicher Affraint war bisher in Deutschland bereits die unsägliche Begründung zur Abschaffung der Pendlerpauschale: Es handele sich dabei, so wurde uns zugemutet, um eine Subventionierung, ein uns nicht zustehendes Almosen und nicht um das selbstverständliche Recht der abhängig Beschäftigten auf steuerliche Gleichbehandlung mit Selbständigen, nicht um die selbstverständliche Logik, dass das Geld, das zur Erzielung von Einnahmen notwendig ausgegeben wird, natürlich nicht zu den am Ende übrig bleibenden zu versteuernden Einnahmen gehört.
Bereits seit Wochen warnt Trichet die europäischen Gewerkschaften und die europäischen Arbeitnehmer, mit einer "Lohn-Preis-Spirale" auf die erfolgten Teuerungen vor allem im Energie- und Lebensmittelbereich zu reagieren.
Trichet erhebt aber offensichtlich nicht das Wort gegen die wahren Preistreiber, die schon seit Monaten das Feuer der Inflation anfachen:
1. die Wirtschaft, die den Kaufkraftvorteil des starken Euro im Außenverhältnis nun bereits seit Monaten in die eigene Tasche wirtschaftet, anstatt ihn an die europäischen Verbraucher weiterzugeben
2. den Handel, der seit Jahren jede Möglichkeit der Preisvernebelung, sei es Euro-Einführung, sei es Umsatzsteuererhöhung, sei es Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise ausnutzt, um die Gewinnmarge für sich selbst auf Kosten der Verbraucher immer weiter auszubauen
3. die Regierungen, die mit Ihrer Abgabenwut -- siehe in Deutschland -- Ökosteuer, Erhöhung der Umsatzsteuer etc, etc, trotz in Folge steigender Preise ohnehin steigender Steuereinnahmen den Hals nicht voll kriegen können
4. Trichets Notenbank und die anderen Notenbanken der Welt selbst, die seit Juli letzten Jahres hunderte Milliarden an billigem Geld "frisch gedruckt" in die Märkte pumpten, um das Finanzdienstleistungsgewerbe vor seinen eigenen Missetaten gerade noch einmal zu retten, um den Preis, dass all dieses Geld nun virulent ist und nun als Inflation bei uns allen ankommt
5. die Spekulanten, vor allem auch wieder die der besagten Missetäter-Bankhäuser, die mit diesem billigen Geld der Notenbanken nun vor allem auf Rohstoffe wie Öl setzen und damit die Preisinflation bei Energie und Lebensmittel weiter anheizen, weil sie mit dem gerade von ihnen selbst beschädigten eigenen Rennomet und in der gerade von ihnen selbst beschädigten Wirtschaftslage sich nicht mehr in Unternehmen der Realwirtschaft zu investieren trauen
Für all diese skrupellosen Inflationstreiber, die davon nach dem Geldsegen der Notenbanken nun alle blendend profitiert haben und weiter profitieren, das verlangt nun Trichet, sollen Otto-Normal-Bürgerinnen und -Bürger nun gefälligst den Kopf hinhalten und beträchtlich an Lebensstandard einbüßen. Sie sollen wieder einmal schön brav wie Flocki keinen Lohnausgleich für die gestiegenen Preise verlangen, sondern sich im Konsum gefälligst weiter einschränken. Ein bisschen mehr fasten, ein bisschen weniger in Urlaub fahren, mit Zahnlücken herumlaufen und wenn das Auto kaputt geht, gefälligst zu Fuß gehen.
Dabei werden diese Menschen gerade von Trichet nun ein drittes Mal zur Kasse gebeten für die unsäglichen Subprime-Eskapaden der Finanzwirtschaft: "Erst mit Steuergeldern bei der Sanierung der durch Immobilienspekulationen marode gewordenen Banken, dann mit Realeinkommensverlusten wegen steigender Lebenshaltungskosten durch Rohstoffspekulationen und nun auch noch mit erhöhtem Arbeitsplatzrisiko wegen lahmender Konjunktur dank Zinsanhebung.", so hiess es gestern auf ftd.de, vergessen wurden noch der nun ausgemachte direkte kräftige Anstieg der Kredit- und Darlehenskosten durch die Zinserhöhung. Aber ein Recht auf Ausgleich dieser Kosten durch eine entsprechende Kaufkraftberichtigung der Löhne in den nächsten Tarifrunden, das spricht uns Herr Trichet bereits heute ab.
Und nicht nur das, er droht uns, da die europäische Mittelschicht ja nun bereits, ähnlich wie die amerikanische, ihr nur noch einigermaßen gutes Leben auf Schulden bauen muss, mit dem Zinshammer: Diesen, das macht Trichet unmissverständlich klar, will er solange immer wieder herausholen, uns die Kosten für unsere längst unvermeidlichen Kredite solange erhöhen, bis wir nichts mehr von unseren Lohnersteigerungen haben werden. Und deshalb rät er uns, diese brav wie Flocki, schon lieber gar nicht erst zu fordern.
Dabei betragen die Lohnkosten maximal ein Viertel der Preise und eine Lohn-Preis-Spirale setzt sich keineswegs unendlich fort, sondern liefe in zwei Jahren von selbst aus, wenn die Kaufkraftgerechtigkeit wieder hergestellt wäre. Die Preise würden nur unwesentlich nachverteuert um weniger als die Hälfte der initialen, durch andere Verursacher erzeugten Anstiege.
Trichets Argumentation und Drohung ist ein unverschämter Affraint gegen alle, die ihren Lebensunterhalt noch mit ehrlicher Arbeit verdienen! Hallo europäische Mittelschicht, ist da jemand? Wo ist Euer Stolz, wo ist Euere Ehre? Kann man Euch, können Euch Leute, wie dieser arrogante, andere Mitmenschen offensichtlich mit nicht zu überbietender Respektlosigkeit verachtende europäische Notenbank-Präsident gar noch verdummen bis zur endgültigen Selbstverleugnung?
Wenn Euch das nicht auf die Straßen treibt, werden sie Euch in ein paar Jahren zu recht auf Sklavenmärkten verkaufen wie in der Antike und sie werden es guten Gewissens tun und sagen: "Diese ehrlosen Würmer haben nicht einmal aufbegehrt, ihnen geschieht das nur recht, sie haben es nie und nimmer besser verdient."
Wehrt Euch jetzt! Macht alle mit bei Mittelschicht.com, ein paar Klicks sind ja wohl das mindeste angesichts derartiger Anfeindungen!
Anderswo und bei Der Linken sieht man es ähnlich, nur die großen Zeitungen reden den Bankern einmal wieder ziemlich unkritisch das Wort ...
NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT
Da wo die USA heute schon sind, steuern wir hin:
"Habe Arbeit, brauche Geld"
Sogenannte "Workaholic Poor" ernähren sich mittlerweile "hauptsächlich von Katzenfutter", heisst es heute auf tagesschau.de. Ob die deutschen Biedermeier sich noch vor der ersten Kittekat-, Whiskas- oder Felix-Mahlzeit aufrütteln lassen werden? Oder erst wenn sie schon beim Billig-Katzenfutter vom Discounter angelangt sind?
Hören Sie auf, jetzt schon hungrig auf das Brekkies Ihrer Mietzie zu schielen!
Registrieren Sie sich in unserem Forum, zeigen Sie Ihre Bereitschaft zur Gegenwehr! Machen Sie sich selbst Mut und damit auch allen anderen, die bereits in unserer Initiative egagiert sind -- auch dafür dass Katzenfutter weiterhin die Katzen glücklich macht, und nur die Katzen.
Ein paar Klicks von sehr vielen Menschen können hier alles verändern: MITTELSCHICHT.COM
NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT
Letztens sah ich beim "Beruhigungs-Zappen" im Fernsehen noch irgendwo eine Tabelle, dass die diesjährigen Tariflohnerhöhung in fast allen Branchen mehr als zur Gänze durch die offzielle Preissteigerung aufgefressen wird. Und die ist bekanntlich noch schöngerechnet.
Rumms! Ein paar Tage später finde ich dann plötzlich im Internet folgende Artikel zum Thema:
Hohe Abschlüsse im Jahr 2008
Tariflöhne steigen um 4,6 Prozent
Höhere Einkommen
Tariflöhne steigen um bis zu sieben Prozent
Wer hat da nun recht? Meine Gewerkschaft half und legte mir die Tage mit stolz geschwellter Brust einen Infozettel auf den Schreibtisch, dass ich dank deren Verhandlungserfolge ab 01.07. nun 1,7% mehr brutto erhalte. Nur da ich in der höchsten Gehaltsgruppe bin und bluten muss dafür, dass für die niedrigen Entgeld-Gruppen das überhaupt durchgesetzt werden konnte, wird mir so wie die nächsten neun Jahre auch 1% davon -- sozusagen als Solidarbeitrag -- gleich wieder abgezogen. Bleiben 0,7% Lohnerhöhung theoretisch.
Nun lese ich auf den Seiten des MDR , dass mir ab 01.07. der Pflegeversicherungsbeitrag um 0,5% angehoben wird.
Damit bleiben mir satte 0,2% Lohnerhöhung, das macht bei mir netto ungefähr 5 Euro und 76 Cent monatlich, Jippiiie! Meine letzten direkten Verhandlungen um eine Lohnerhöhung mit meinem Arbeitgeber Anfang des Jahres brachten mir ein monatliches Plus von sage und schreibe berauschenden 96 Euro-Cent monatlich, womit ich nun insgesamt stolze netto 6 Euro 72 Cent, das sind ca. 0,24% mehr verdiene.
Bekanntlich liegt die Inflation im Juni in Deutschland bei 3,1% und wird bis Jahresende eher noch bis 4% zulegen. Damit hätte ich dann 2008 mit meinem Arbeitseinkommen einen Kaufkraftverlust von 3,76% erlitten, was bei meinem Gehalt dem Gegenwert von ca. minus 101,25 Euro netto monatlich entspricht, theoretisch.
Da ich über den Regelbeiträgen für Kranken- und Pflegeversicherung liege und ich diese erhöhten Solidarbeiträge dann auch noch versteuern muss, rutsche ich durch die Brutto-Erhöhung nicht-kaufkraftbereinigt von immerhin 0,74% in der Steuertabelle um zehn Stufen höher. Deshalb muss ich nun auf Jahressicht auch noch 60 Euro mehr Steuern zahlen. Hinzu kommen 5,5% Solidaritätszuschlag macht minus 63,30 Euro jährlich. Das sind monatlich ca. 5 Euro 28 Cent Miese.
Damit bleiben mir von meinen von meiner Gewerkschaft und mir hart verhandelten 6 Euro 72 Cent, noch genau 1 Euro 44 Cent monatlich netto also sagenhafte 0,05 Prozent oder 0,5 Promille Lohnerhöhung dieses Jahr, was ziemlich genau einem Kaufkraftverlust in Höhe der offiziellen Inflationsrate von auf Jahressicht voraussichtlich vier Prozent entspricht oder netto minus 108 Euro monatlich.
Manche werden jetzt sagen? Nun bei dem Gehalt, was ist das schon? Aber wenn das ein Achtel des nach Fixkosten zum Leben verfügbaren Einkommens ist, dann kann man sich ausrechnen, dass man in ca. vier Jahren, wenn das so weiter geht, trotz 60 Stunden Arbeitswoche auf Hartz IV-Niveau leben wird, wenn meine Frau weiterhin keine Arbeit findet und das obwohl ich selbst überdurchschnittlich gut verdiene, theoretisch.
Nämlich fast hätte ich noch vergessen, dass ich genau 20 km Arbeitsweg habe. Und mit dem Wegfall der Pendlerpauschale dieses Jahr weitere 396 Euro mehr Steuern werde zahlen müssen, monatlich 33 Euro. Damit bleiben mir netto dieses Jahr minus 31,48 Euro monatlich an nominaler Lohnerhöhung und minus 141 Euro an monatlichem Kaufkraftgewinn. In Prozent sinkt mein Nettolohn 2008 kaufkraftmäßig um 5,22%. So geht es rapide gegen Hartz IV-Niveau obwohl wie gesagt, ich verdiene überdurchschnittlich gut und würde gerne den Binnenmarkt ankurbeln ...
Es gibt dann auch anderslautende Artikel: Inflation frißt Aufschwung