Archiv für: April 2009, 11

Nachlese des G20-Gipfels in London:
Feeding the Beast
Das Monster "Weltwirtschaftskrise" wird also weiter gemästet

11.04.09 | von Knut Karnann [mail] | Kategorien: Nicht kategorisiert

NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT

Was macht uns hier in Deutschland und in den anderen Industrieländern freiheitlich westlicher Prägung am meisten kaputt?

Arbeitsplätze, die in die Schwellenländer verlegt werden, in osteuropäische und asiatische sogenannte "Tigerstaaten" und ein Welthandel, für den unsere westlichen, für unser Selbstverständnis als freiheitlich, demokratische Zivilisation existentiellen Grundwerte nur ein Kostenfaktor, Preistreiber und Wettbewerbsnachteil sind. Darüberhinaus auch, wie die Finanzkrise nun endgültig beweist, unsere Banken, die auf der Suche nach immer höheren Renditen für ihre "Großkunden" die Kleinkunden als "Fehlberatungskunden" oder nun als Steuerzahler in den Ruin treiben, ohne mit der Wimper zu zucken.

Allen voran aber eine Politikerkaste, die aufgrund ihrer Beeinflussbarkeit durch die Interessen privater, finanzmächtiger Market-Player seit Jahrzehnten eine volksverräterische Politik gegen das Gemeinwohl betreibt und die für den Aufbau und Ausbau neuer feudaler Strukturen in unseren Gesellschaften sorgt. Die persönliche Freiheit der Meisten befindet sich deshalb im steil abstürzenden Niedergang.

Wenn dieser Politikerkaste nun auch das Kommando in der Krise weiter überlassen bleibt, dann kann deren Vernichtungswerk an unserer Freiheit innerhalb von nur noch wenigen Monaten vollendet werden. Bewerten wir doch einmal das bisherigen Krisenmanagement:

Über Nacht werden unsägliche Billionen-Summen locker gemacht, die bisher zur Verteidigung unseres bis in die Achtziger Jahre nahezu lückenlosen sozialen Netzes, für die Sicherstellung eines angemessenen Rentenniveaus, für den Ausbau des Bildungssystems, die Finanzierung einer ausreichenden Anzahl von Lehrern an unseren Schulen oder für die Linderung der Kinderarmut vor einigen Jahren angeblich auf einmal nicht mehr da waren.

Doch sehen Sie bitte einmal genau hin, wer jetzt diese Gelder erhält. Alleine die von ihren ehemaligen Eigentümern "gemachte" Pleitebank HRE erhält bei Weitem mehr Staatsmilliarden, als in die leider mehr schlecht als recht konzipierten Konjunkturpakete zur Sicherung unserer aller Arbeitsplätze fließen.

Und die G20 gibt 1,1 Billionen Dollar vor allem an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zur finanziellen Stützung eines aggressiven Welthandelskonzeptes und der sogenannten Schwellenländer, die auf solcher Basis mit ihrem Aufstieg zwangsläufig unsere Arbeitsplätze fressen. Und wer wohl wird das bezahlen, als die angeblich immer noch "reichen" Länder wie wir mit unseren Steuergeldern.

Konkret heißt dieses zum Beispiel, wir subventionieren nun Länder, die durch Steuerverzicht gegenüber den Unternehmen unsere Arbeitsplätze lockten und die deshalb nun drohen, mangels ausreichender Steuereinnahmen zahlungsunfähig zu werden, mit Geldern, für die Unternehmen bei uns später mehr Steuern werden zahlen müssen und deshalb noch viel mehr motiviert sein werden, auch noch den Rest der Arbeitsplätze in diese Länder zu verlagern.

Mit ungeheuren Mengen an Geld, die für die Sicherung eines fairen Existenzminimums unserer Arbeitslosen angeblich auch in Bruchteilen nicht mehr da waren, werden nun also als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise, eben jene Monster, die Banken, der aggressiv ungeregelte Freihandel und die manchesterliberalistisch und standortkannibalistisch agierenden Schwellenländer zu immer noch gewaltigeren "Bestien" gefüttert. Das sind die gleichen Bestien, die diese Weltwirtschaftskrise neben der führenden Freihandels- und Verschuldungsideologie der US-Amerikaner und teils auch der Europäer wesentlich mitverursacht haben. Und auch dieser Freihandels- und Verschuldungsideologie wird ja mit den Maßnahmen weiterhin reichlich frische Beute vorgeworfen. Der Welthandel wird mit hunderten Milliarden von eigentlich gar nicht vorhandenen Greenbacks gefördert und Protektionismus gleichzeitig verteufelt, die Verschuldung der Industriestaaten westlicher Prägung somit in eine noch viel größere Dimension ausgeweitet. Sieht so nun also das neue Verursacherprinzip aus?

Nichts gegen das Schuldenmachen oder eine entsprechende Inflationierung, wenn dieses Geld in nachhaltige Investitionen fließt und dort als Eigentum und Eigenmittel geschaffen wird, wo zu wenig davon vorhanden ist und dieser Mangel nun offensichtlich beginnt, die Realwirtschaft zu belasten.

Verschuldung jedoch zu dem Zweck, das viele Geld ausgerechnet den krisenursächlichen Monstern dieses Weltwirtschaftskollapses in den Rachen zu werfen, kommt einem Selbstmord, einer Kapitulation der freien westlichen Zivilisation vor allen ihren weltweiten Gegnern gleich. Und allen voran Herr Obama, die letzte Hoffnung der Leute auf Wandel, für den sie nicht selbst ihren Allerwertesten und vor allem ihre kleinen grauen Zellen in Bewegung setzen müssen, ist mit von der Partie.

Entweder die Menschen stehen JETZT auf oder wir werden unser Selbstverständnis als freier Westen verlieren und alle bald Arbeitssklaven unserer arabischen und chinesischen Gläubiger sein. So sieht es aus, wann begreifen die Menschen endlich, dass es nun um Alles geht!

Wollen Sie tatsächlich, dass es Ihren Kindern und Kindeskindern im Leben schlechter ergehen wird, als den chinesischen Wanderarbeitern heute? Dann bleiben Sie weiterhin politisch inaktiv und lassen die Abwracker weiter abwracken: Unser Geld, unseren Wohlstand, unsere Freiheit, unsere Menschenwürde. Sie sollten schon wissen: Richtige Demokratie funktioniert anders! Und für das Versagen der Demokratie sind nicht die Feinde der Demokratie verantwortlich zu machen, die, wie in anderen Blogbeiträgen bereits betont, heute vor allem auch in Wirtschaftskreisen zu suchen sind und weniger im Namen extremer als im Namen etablierter Parteien in Regierung und Parlament sitzen, sondern jede und jeder Einzelne von uns allen! Auch wir stinken vor Feigheit.

Quellen:

http://www.tagesspiegel.de/politik/international/G-20-IWF-London;art123,2765475

http://www.stern.de/politik/deutschland/:Weimers-Woche-Brandbek%E4mpfung-Benzin/660009.html


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