| « In Wahrheit gibt es keine Krise - oder besser: Die wahren Krisen liegen ganz woanders! | Ist ein Euro einen Euro wert? » |
Das journalistische Highlight der letzten Wochen war die jüngste Titelseite des Satiremagazins Titanic, Ausgabe März 2010, zu kaufen in jedem gut sortierten Kiosk:
Wegen des Problems mit der fehlenden Reißleine soll es in der gleichen Baureihe mit dem Toyota-Hersteller-Ident "FDP" sogar bereits mindestens einen Unfall mit Todesfolge gegeben haben.
Die betroffenen Modelle sind unter Anderem an ihrem Falschirmspringer-Abzeichen (auf der Kapo-Mütze aus Sicht des Betrachters rechts) zu erkennen (so sieht zum Beispiel unser Entwicklungshilfeminister auf Staatsbesuch im Kongo aus).
Achtung: Durch Totalausfall der Schuldenbremse bei gleichzeitiger grundgesetzlicher Verankerung derselben mit dem vorderen Rahmenteil droht schon bei der nächsten Wiederwahl des neoliberalen Rückwärtsganges z.B. in NRW gar das Auseinanderbrechen der gesamten Staatskarosse. Um auch andere Demokratieteilnehmer vor Schaden zu bewahren, werfen Sie als potenzieller FDP-Wähler deshalb im Zweifelsfall also Ihren Wahlzettel das nächste Mal nicht in die Wahlurne Ihres Wahllokals, sondern reichen Sie diesen mit der Aufschrift "Rückruf-Aktion" schriftlich oder persönlich direkt bei Ihrem nächsten Toyoto-Händler ein.
Die Frage stellt sich nur, da dieses schon seit mindestens 2003 so ist, warum haben diese 90% sich dann erst am 27. September des letzten Jahres wieder einen Gebrauchtwagen ohne Motor für den Preis eines Neuen andrehen lassen? Ja, den Schwarz-Gelben meine ich.
... und kauft deshalb seit Wochen wie wild die neuen deutschen Mittelschicht-Uniformen mit dem weithin sichtbaren "Hans-Wolfshaut-Aufnäher" als neues gemeinsames politisches Erkennungsmerkmal, obwohl diese fast so teuer sind wie manches KFZ (Anmerkung der Redaktion: F hier bitte nicht vergessen, sonst gibt's Stress mit Charlotte) aus dem gerade noch fahrtüchtigen Gebrauchtwagen-Angebot: Und auch in einem solchen kommt man trocken durch den Regen.
Manche Blogs äußerten sich schon erschrocken und zogen Parallelen zu deutschen Uniformierungstendenzen vor 75 Jahren. So weit wollen wir hier nicht gehen.
Wir sollten lernen, nicht vor Äußerlichkeiten Angst zu haben. Nicht vor religiösen Turmbauwerken, nicht vor Kopftüchern und auch nicht vor uniform gekleideten Menschenansammlungen mit gelb-gestickten Wolfstatzen auf dem Rücken.
Schade, dass man sich nicht politisch viel folgerichtiger für die Marke mit dem coolen sonnenbebrillten Schimpansen entschieden hat (Anm.: Nein, ich meine natürlich nicht den oben verlinkten, das war nur unser Entwicklungshilfeminister wider Willen, sondern diesen), da auch ich finde "Grupp ist cool". Aber dafür müssen wohl erst noch mehr als ein paar tausend Leute im Monat unseren Mittelschicht-Weblog lesen.
Bei der Gelegenheit vielen Dank für die vielen lobenden Weiterempfehlungen dieses Blogs in Internet-Foren und Mainstream-Medien-Kommentar-Threads, die mir natürlich nicht entgangen sind. (Das gehört eigentlich schon nicht mehr zum Satire-Teil, sondern das meine ich höchst ernst und völlig authentisch!)
Ihr Knut Karnann