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„UDD“ heißt das Bündnis: „Union für Demokratie und gegen Diktatur“. Diese thailändischen Helden sind Menschen, die zu Hunderten nicht zufällig Opfer für Freiheit und Demokratie werden, wie die Menschen, die am 11. September 2001 in den USA angeblich Opfer eines "nur durch unsere Freiheitsstandards möglich gewordenen" Terroranschlages wurden, wenn das stimmt ... Die thailändischen Rothemden sind Menschen, die bewusst und grenzenlos mutig ihr Leben einsetzen für Freiheit und Demokratie!
Doch wo ist unsere Anteilnahme erst recht im Vergleich der beiden Ereignisse? Heute Morgen im Frühstücksfernsehen des ZDF schien sich die Hauptsorge der Deutschen darauf zu beziehen, dass Thailand bis auf Weiteres als Billigfernreiseziel für die schönsten Wochen des Jahres ausfallen könnte. Und erst recht, wo ist die Anteilnahme der Führungsmacht der angeblich so demokratischen, westlichen Zivilisation? Präsident und Friedensnobelpreisträger Obama schweigt!
All dieses gibt Zeugnis darüber ab, wie es mit unserem Verhältnis zur Demokratie steht (mit uns meine ich die Bürgerinnen und Bürger der westlich freiheitlich-demokratischen Zivilisation). Wie schrieb ich unlängst in der noch nicht zu Ende gebrachten Artikelserie "Demokratiekultur versus Hierarchiekultur"? "Die westliche Zivilisation empfiehlt den Asiaten und Orientalen die Demokratie, führt angeblich dafür sogar Kriege und weiß selbst nicht mehr, was das ist."
Was soll das Befremden über die Unruhen in so vielen Kommentaren zu Thailand in unseren Mainstream-Medien diese Tage? Genauso wurden auch bei uns und in Nordamerika Freiheit und Demokratie überhaupt erst erkämpft. Mit einigen gelungenen und noch viel, viel mehr gescheiterten Revolutionen. Wie sehr sind uns Ereignisse wie die Sendlinger Blutnacht oder das Hambacher Fest oder die Vorgänge um das Entstehen der Mainzer Republik eigentlich noch bewusst?
Historisches Bewusstsein tut Not. Aber nicht nur jenes, das sich auf die Zeit von 1933 bis 1945 bezieht! Wären wir uns bewusst, wie teuer, mit wie viel Heldenblut und Menschenleid Freiheit und Demokratie einstmals erkämpft wurden, würden wir sie heute nicht so leichtfertig aufgeben, indem wir z.B. letztes Jahr in Berlin nur zu Hunderten und nicht zu Hunderttausenden auf die Straße gegangen sind, um gegen den „Vertrag von Lissabon“ zu protestieren, mit dem über die EU-Ebene still und heimlich die Diktatur wieder eingeführt werden soll.
Wir würden uns Tag und Nacht damit beschäftigen, welche gegenwärtigen Defekte unsere Demokratie offensichtlich lahm legen und mit aller Intelligenz versuchen diese zu reparieren.
Wir würden begreifen, dass die Demokratie zur Zeit weit mehr in Gefahr ist, als unsere Umwelt und dass Abwesenheit von Demokratie automatisch Krieg bedeutet und mittelbar unseren Planeten mehr gefährdet als hundert Trillionen von CO2-Pupsen.
Wenn wir noch lange zuwarten, werden wir auch in Europa noch zu unseren Lebzeiten Zustände wie die letzten Tage in Thailand sehen ... und Schlimmeres. Wer die Geschichte kennt, kann daran keinen Zweifel haben!
Nehmen Sie Anteil an dem Schicksal der Thailändischen Demokratiebewegung!Hinweise in eigener Sache: Das Kopieren und Weiterverbreiten dieses Artikels unverändert und mit Quellenverweis ist gemäß General Network User License (GNU) absolut erwünscht.