Heribert R. (Name vom Artikelautor geändert) traut beim Lesen seiner Telefonrechnung vom Januar 2010 seinen Augen nicht: Rund 100 Euro höher, als sonst üblich. Im Einzelverbindungsnachweis schaut er die verantwortliche Servicenummer nach, ruft sie an und es meldet sich eine Live-Chat-Hotline mit 50 Ct. pro angefangener Minute. Niemals würde er einen so unsinnigen und teueren Service in Anspruch nehmen.
Fast zwei Stunden soll er mit dieser Nummer in Verbindung gestanden haben. Zufällig kann er sich an die fragliche Zeit noch genau erinnern: Er stand bei Kälte Anfang des Jahres früh morgens mit seinen Koffern auf einem Ruhrgebietsbahnhof mit zwei Koffern, Fahrschein und Reservierung. Der reservierte ICE fiel einfach aus ohne Entschuldigung der Deutschen Bahn, der nächste kam zwei Stunden später, hatte nur halbe Länge und musste noch sämtliche Nahverkehrsreisende Richtung Düsseldorf-Köln mit aufnehmen, da die DB laut Aushängen auf dem Bahnhof wegen Versäumnis der rechtzeitigen Zulassung für 2010 ihre Regionalverkehrsloks bis auf geraume Zeit in NRW nicht einsetzen konnte. Im Zug ging es zu wie in Indien, in der Außentasche einer Reisetasche hatte Heribert R. sein neues Billig-Handy. Nachdem ihm eine Woche zuvor sein Mobiltelefon abhanden gekommen war, hatte Heribert R. in der Hoffnung beim Fundamt könnte das teure, verloren gegangene Handy noch einmal auftauchen, übergangsweise zunächst ein Nokia-Billigsthandy aus dem Elektronikmarkt erworben für knapp 30 Euro. Ein Handy, wie es sich die armen Leute und Jugendliche kaufen, die kein Geld haben.
Die Tastatursperre ist hier nicht vorkonfiguriert dafür aber das Telefonbuch gespickt mit einer ganzen Litanei teuerer Servicenummern, die kein Mensch wirklich braucht: Ein Zeitansagedienst für ein Euro pro Minute, obwohl das Handy die Uhrzeit im Display die ganze Zeit über deutlich anzeigt, besagter Live-Chat oder eine bundesweite Taxivermittlung, die bei einer Kurzfahrt sehr schnell teurer ist, als die in Anspruch genommene Taxifahrt selbst usw.
Ein kleiner Druck im Koffer auf die Cursor-Tasten und die danebenliegende Hörertaste der billigen Ganzteil-Gummi-Tastatur und schon ist eine Verbindung zu diesen unsinnigen Diensten unbeabsichtigt gestartet. Jeder normale Angerufene würde bei seltsamen Koffergeräuschen am anderen Ende sofort wieder auflegen, so z.B. der Pannenservice des ADAC: Laut einem Artikel der Stiftung Warentest (test, 10/2008) erhielt dieser alleine im Jahr 2007 5,5 Millionen Geisteranrufe von „Bürger-Gesäßen“. „Butt Calls“ heißen diese Verbindungen denn auch in den USA und sind dort eine öffentliche Diskussion: Ein Milliarden Ärgernis. Ja, in den USA weiß man: Die Telekommunikationsindustrie verdient mit Telefonverbindungen, die von Hinterteilen ausgelöst und auch wirklich „für den A…“, weil gar nicht geführt, sind, derzeit Milliardenbeträge alleine in Nordamerika. Vermutlich ist dieses in Deutschland ähnlich, man braucht ja nur 5,5 Millionen solche Fehlanrufe jährlich pro Service-Provider (wie gesagt der ADAC legt wohl zeitnah auf, andere Services lassen die Verbindung hingegen gerne ihrerseits mehrere Stunden aufrecht bestehen) mit den 100 Euro Kosten im Falle des Heribert R. multiplizieren und so kommt man bereits auf knapp 0,6 Milliarden Euro. Heribert R. fürchtete schon, das Ganze könnte sich im nächsten Monat wieder ereignet haben und tatsächlich: Auch in der nächsten Abrechnung war er wieder mit 60 Euro für eine dubiose Service-Nummer, von Geisterhand gewählt, mit dabei. Heribert R. ärgerte sich, um Geld zu sparen, hat er zunächst auf die Beschaffung eines nobleren Mobiltelefons, das vielleicht 120 Euro gekostet hätte, verzichtet. Nun saß er nach Erwerb eines Billigtelefons zu 30 Euro auf 160 Euro Butt-Call-Verbindungskosten, von denen es laut seinem Telefon-Provider für ihn kein zurück gab. Die Verbindungen seien so aufgezeichnet und offensichtlich zu Stande gekommen, ob mit Kopf und Fingern oder mit dem Gesäß oder durch Druck auf die Tasche in einem zu engen Zug ausgelöst, das sei dabei gar nicht relevant.
Nach soviel schlechter Erfahrung mit einem Billig-Handy kaufte sich Heribert R, nachdem das verlorengegangene Handy nicht mehr auftauchen wollte nun doch lieber ein Smartphone der Luxusklasse einer Firma mit drei Buchstaben. Eigentlich wollte er das Nokia Express Music, doch der Telfonladenhändler schwatzte ihm dieses teurere, andere Smartphone mit Multitouchdisplay auf, mit dem Köder, „da wäre ein Tomtom-Navigationssystem darauf“. Das Tomtom ließ sich dann aber nicht finden, stattdessen war wie beim ursprünglich intendierten Nokia Express Music nur ein stets kostenpflichtiger Internetzugriff auf Google-Maps geboten und natürlich wollte Heribert R. nun als eine seiner ersten Amtshandlungen die Tastatursperre aktivieren. Doch nach mehrstündigem Lesen des elektronischen Manuals auf der CD fand er dazu nichts. Diese Funktion schien gar nicht vorgesehen zu sein. Wie auf seinem Billighandy nach dem Malheur mit den Gesäßverbindungen setzte sich Heribert zwei Stunden lang hin und löschte mühsam händisch die an die vierzig völlig unnützen, vorkonfigurierten Servicenummerneinträge einzeln und ersehnte, so flinke Finger zu haben, wie die ganz jungen Leute, denen er manchmal in Bahn oder Bus beim Simsen zugeschaut hatte. Aber so jung sind Heribert R.s Finger leider nicht mehr.
Er ging sogar in einer anderen Stadt, wo er wieder einmal auf Reisen war in einen Telefonladen des gleichen Anbieters und ließ sich vom jungen Fachpersonal bestätigen, dass eine einfache Tastatursperre zu seinem Gerät vom Anbieter, einer der namhaftesten Anbieter der modernen Mobiltelefontechnologie, auch gar nicht vorgesehen war. Die einzige Lösung sei ein Passwortschutz mit dem umständlichen Nachteil vor jeder Benutzung des Gerätes ein ganzes Passwort eingeben zu müssen. Hat man da vorher das Handy erst gesucht, gibt dann ein ganzes Passwort ein, dann kann ein abzunehmender Anrufer schon einmal wieder aufgegeben haben: Toll! Na ja, vertröstete der junge Fachkundige, er habe gehört, es gibt im Internet bereits von Open-Source-Programmierern zu dem Handy erstellte Gadget-Programme, worunter gerüchteweise auch eines für eine Tastatursperre sein sollte. Die könnte man sich eventuell im Internet suchen, auf das Handy „downloaden“ … Das war nichts für Heribert R.s fortgeschrittenes Lebensalter. Bei Gelegenheit werde er einen jungen Bekannten fragen, ob er ihm helfen kann. Seitdem zahlt Heribert R. lieber im Monat vier bis sechs Euro für gelegentliche Geisteranrufe seines neuen Luxushandys auf seine anderen Telefonnummern oder die Telefonnummern seiner Kontakte. Blöd nur dass seine Frau auf diese Weise bereits einmal einen Eisenbahnflirt von Heribert mit einer Dior-Kosmetik-Vertreterin im gleichen Abteil live miterlebt hatte … Seitdem lässt er sein über 500 Euro teures Smartphone lieber unbenutzt und verwendet wieder das als Übergangslösung gekaufte Billigsthandy mit gelöschten Servicenummerneinträgen und auf 3 Sekunden kürzest eingestellter Tastatursperre.
„Butt-Calls“ sind in den USA ein öffentliches Thema und alleine das hilft neuerdings, viele potentielle Opfer vor Schaden zu bewahren. Deutsche Opfer sind da anders: Sie schämen sich, sie schweigen mit der Folge, dass die Urheber solcher Nepper-Schlepper-Bauernfänger-Machenschaften z.B. der Telekommunikationsindustrie sich weiterhin auf höchst unseriöse und trickreich hinterhältige Art, Jahr um Jahr mutmaßliche Milliarden verdienen.
Das gleiche Phänomen in viel höherer Geldverlustklasse gibt es in Sachen geschlossener Investmentfonds: Jahr für Jahr auf das Neue lässt sich die deutsche Mittelschicht hier von skrupellos dreisten Finanzbetrügern etliche Milliarden aus der Tasche ziehen. In jedem Fall gibt es eine vierstellige Zahl an Opfern, doch diese schweigen, verbinden sich nicht einmal untereinander politisch.
Und Sie? Geben Sie es zu: Sie denken nun: Selbst Schuld, der Heribert! Warum löscht er auch nicht gleich das vom Telefonhersteller bzw. vom Telefonprovider vorbelegte Telefonbuch? Warum aktiviert er beim neuen Handy nicht gleich die Tastatursperre? Warum glaubt er blindlings, was ein Telefonladenverkäufer ihm erzählt? Warum kauft er sich ein modernes Smartphone, wenn er nicht fähig ist, sich Programmerweiterungen im Internet zu suchen und herunterzuladen …
Dieses inklusive wird die Lektion erst perfekt, die ich Ihnen anhand dieser Geschichte lehren will. Sie zeigt erstens, wie heute die besten Geschäfte gemacht werden: Durch Tricks: Telefonhersteller und Telefonprovider laden Mobiltelefonkunden initialisierend die elektronischen Telefonbücher ihrer Geräte voller nutzloser, teurer Service-Nummern, getarnt mit ein Paar im Ausnahmefall doch ganz nützlichen wie der ADAC-Pannenhotline an Platz Eins. Die Telefonhersteller gestalten die Tastatursperren so, dass sie schwierig oder gar nicht einzustellen sind, gerade bei den besonders fehlsignalsensitiven Touchscreen-Geräten. Die Betreiber der Servicenummern verzichten auf eine Verbindungsabbruchfunktion bei fehlender Spracheingabe des Anrufers und fertig ist ein Milliardengeschäft.
Haben all diese Dienstleister für diese Milliardeneinnahmen wirklich etwas für die Gesellschaft oder die geschröpften Telekommunikationskunden geleistet? Nein! Viel eher wahrscheinlich ist, dass sie gemeinsam getrickst haben! Dass das schwerlich nachweisbar sein wird, ist vielleicht nur um so mehr recht! Und so entwickelt es sich ganz allgemein immer mehr, dass nämlich die besten Geschäfte nicht mehr durch Leistung gemacht werden, sondern durch Tricks!
Das gilt längst auch im Berufsleben: „Wie verdiene ich in Kürze mehr“-Fibeln raten es überall: Besser fährt man auch im Job mit der „Radfahrer“-Methode. Sich opportunistisch-servil zu verhalten gegenüber den Vorgesetzten und um sich den insoweit höchst notwendigen mentalen Ausgleich für das Selbstbewusstsein zu verschaffen, treten und mobben gegen alle Untergebenen und alle Kollegen die niedrigeren Status haben, vielleicht weil sie sach- und ergebnisorientiert sich auch einmal getrauen, eine abweichende, richtigere Meinung zu der Einschätzung ihres Vorgesetzten zu vertreten.
Sehen Sie sich doch einmal an, wer in der Firma mehr und mehr aufsteigt. Es sind nicht mehr die Leute, die gute Ergebnisse vorweisen können, sondern die Leute, die den Vorgesetzten gegenüber sich möglichst gefällig verhalten, die mit verheißungsvollen Präsentation vor Validierbarkeit des tatsächlich Erreichten blenden und in die nächst höhere Position aufgestiegen sind, bevor ihr voriges Tun wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt nach dem Motto: „Nach mir die Sintflut“. (Verwiesen wird hier auf einen der bislang am meisten und längsten nachgefragten offensichtlich besten Artikel des Mittelschicht Weblogs bislang.)
Da hören Sie, da ist Frau X ohne besonders erkennbare große Leistung aufgestiegen und dann erfahren Sie der Chefchef von Frau X, der ihren Aufstieg ermöglichte, ist verheiratet mit Frau Y, deren Chefchef in einer anderen Firma zufällig der Ehemann von Frau X ist. Und raten sie einmal wie es gleichzeitig Frau Y in der anderen Firma ging: Ja, auch sie wurde zur Führungskraft befördert! Das nennt man neudeutsch Networking und wird als wichtige soziale Fähigkeit angesehen!
Sie fallen fast die Bürotreppe herunter, vor Schreck, weil das lebensgroß, lebensecht fotografierte Bild einer gestrauchelten Kollegin auf den Fliesen des nächsten Untergeschosses klebt. Es ist Dezember. Asiatische Kunden ihrer Firma zeigen sich irritiert, sie kaufen sicherheitsrelevante Technologie bei einer Firma, die überall gestrauchelte Menschen in realistischer Hochglanzfotografie auf den Böden ihrer Lobbys und Korridore kleben hat. Das herein getragene Streusalz macht die Fotos binnen Tagen so hässlich, dass die Firmenleitung beschließt dem Treiben ein Ende zu machen: Wegputzen! Doch das Putzpersonal ist am verzweifeln, je nach Untergrund lassen sich die Klebereste kaum noch entfernen. Der Putzaufwand ergibt eine ungeplante zusätzliche sechsstellige Summe. Und dann hören Sie, dass der Chef der Unfallschutz-Abteilung mit einer Fotografin verehelicht ist, die zufällig den Großauftrag für diese kongeniale Aktion erhielt und es war ein Erfolg: Die Unfallzahl durch Rutschunfälle ging angeblich durch diese „bewußtseinsbildende“ Aktion von November bis August um 95% zurück, dazu wurde bei der gleichen Fotoagentur ein Hochglanz-Abschluss-Prospekt diesen Projekterfolg mit einem Drei-Farben-Diagramm illustrierend für alle Mitarbeiter gedruckt. Nicht darin stand, dass diese Art Unfälle rein witterungsbedingt jedes Jahr von November bis August um 95% zurückgehen. Für den Unfallschutzdirektor und eine Ehefrau dagegen, war es tatsächlich ein Riesengeschäft. Ein S-Klasse-Mercedes und ein Sport Utility Vehicle für die Ehefrau stehen nun in der neuen Doppelgarage.
Ganauso gut werden tatsächliche, wirkliche Leistungen bei der nächsten Umstrukturierung heute vergessen. Geht es um Personalabbau, gehen die Machtspielchen los. Sie mögen ein guter Technikexperte im IT-Bereich sein. Die Kaufleute sind in ihrer Firma viel einflussreicher, da flächendeckend Personal abgebaut wird, baut man eben in der IT „ein bisschen“ mehr Stellen ab, um dort vorübergehend die Kaufleute zu parken, die in der kaufmännischen Abteilung der allgemeinen Streichliste weichen müssen. Die IT wird dann eben einmal ein halbes Jahr mehr schlecht als recht von Fachfremden betreut. Je besser die IT-Abteilung ihren Job vorher gemacht hat, um so mehr besteht für die Kaufleute diese Möglichkeit! Die betroffenen Arbeitnehmer könnten kotzen! Lachen Sie nicht, von derart paradoxen Vorkommnissen ist im Arbeitsleben immer häufiger zu hören.
Vergessen Sie einfach ganz schnell, dass dieses noch eine Leistungsgesellschaft ist! Die Leistungsgesellschaft gibt es nur noch in Ihrem und vieler Anderer Mittelschicht-Angehöriger Köpfen! Es ist genau das Paradigma, dass Sie denken lässt: Selbst Schuld dieser Heribert! Es trifft schon die Richtigen! Mir kann so etwas ja sicherlich niemals passieren! Usw. Mit dem Trugbild-Paradigma der Leistungsgesellschaft macht man die Mittelschicht zu Wespen im Wasserglas: Während man den Mittelschichtangehörigen mehr und mehr das „Geld zum Atmen“ entzieht, z.B. in Deutschland 20% Einkommenseinbußen im Vergleich zum europäischen Ausland in den letzten 15 Jahren, kann man sie auch noch belustigt beobachten, wie sie sich gegenseitig in den existenziellen Untergang mobben, wie sie sich schämen einzugestehen, hier oder da auch selbst Opfer von Trickspielern geworden zu sein, weil sie damit Schwäche zeigen würden gegenüber den anderen potenziellen Mobbern, Ihresgleichen, die nur auf solche Signale der Schwäche warten, um die oder den gnadenlos zu killen, für die oder den bald nicht mehr genug „Geld zum Atmen“ da sein wird. Gefühle der Solidarität und damit die Formierung jeglicher gemeinsamen politischen oder demokratischen Macht sind in Mittelschichtkreisen auf diese Weise undenkbar geworden. Das Trugbild einer in Wahrheit überhaupt nicht mehr, in keinster Weise geltenden Leistungsgesellschaft ist der Deckel auf dem Glas, in dem der Mittelschicht insgesamt immer mehr das „Geld zum Atmen“ entzogen wird.
Auf diese Weise gerät die Behauptung einer angeblichen Leistungsgesellschaft selbst zum größten Trick der wirklich Vermögens- und Wirtschaftsmächtigen der in Wahrheit vielmehr heute de facto stattdessen gegebenen Trickspielgesellschaft: Wen immer man an eine fiktive Leistungsgesellschaft glauben machen kann, den hat man gleichsam im Wespenglas gefangen genommen, dem kann man schrittweise das „Geld zum Atmen“ entziehen und den kann man dazu benutzen, dass er Andere dazu bringt, das wirtschaftliche Atmen einzustellen: für immer!
Dieses Spiel läuft auch in der ganz großen politischen Dimension: Mit dem Trugbild der Leistungsgesellschaft hetzt man die noch Schwimmenden gegen die Untergegangenen auf, diskreditiert man die Untergegangenen, lässt man die Schwimmenden glauben, sie seien nicht genauso vom Untergang bedroht, was vielmehr aber jedoch natürlich der Fall ist. Auch in dieses ganz große Trickspiel sind unsere Politiker der etablierten Parteien längst hochgradig mit involviert: Skandal türmt sich über Skandal.
Man macht aus der Verkleinerung der Bundeswehr ein Beratungsprojekt mit sicherem Einsparerfolg, schickt die bundeswehreigenen Verwaltungsfachwirte, die das hervorragend und günstig im Sinne der Steuerzahler abwickeln könnten mit Abfindungen in den Zwangsvorruhestand, um das sichere Beratungsprojekt an eigene korrupte Bekannte „outsourcen“ zu können und auf diese Weise die Einsparungen der ersten Jahre, schließlich geht es um einige Milliarden insgesamt, als Beraterhonorare in die Taschen „verbandelter Kreise“, vielleicht über Umwege auch die eigenen, umzulenken.
Man redet das Umlagemodell der staatlichen Rente schlecht, treibt die Menschen mit dem Appell zur eigenverantwortlichen Altersvorsorge in betrügerische Anlageprodukte und verkürzt die Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche gleichzeitig von 30 auf 3 Jahre, präzise auf die Zeit bis zu der die schlechtesten der alternativen, betrügerischen, privaten Anlageprodukte im Allgemeinen ein Funktionieren gerade noch vortäuschen können, das Anlagekapital als angebliche Rendite selbstverzehrend ausschüttend.
Man redet den Menschen eine Leistungsgesellschaft ein, in der die in der Tat großen gesellschaftlichen Beiträge der Mittelschicht belohnt würden. Die hohle Plastikmöhre einer de facto gar nicht mehr gegebenen „Leistungsgesellschaft“ hängt vor ihr und Tag für Tag schleppt sie den schweren Eselskarren immer höherer beruflicher Beanspruchung dafür, ich habe das anhand der Ackermannschen Rendite-Forderung von 25% für reiche Privatkunden und Bankaktienbesitzer und der aktuellen Vermögensverteilung unter der Berücksichtigung einiger für uns noch günstiger Rahmenaspekte ausgerechnet, dass sie und ihre Kinder in spätestens ca. acht Jahren voraussichtlich alle vor ihrem zwangsversteigerten Reihenhaus, Auto, dem finanziellen und wirtschaftlichen Nichts stehen werden. Exakt dem Nichts, das eine hohle Plastikmöhre enthält, so kräftig gelb man sie Ihnen auch gefärbt haben mag. Und wie die verzweifelten Bildungsanstrengungen der deutschen Mittelschicht für ihre Kinder beweisen, glauben die Leute weiterhin daran: An die hohle Plastikmöhre der Leistungsgesellschaft, die beispielsweise die Popanze von der FDP rhetorisch lauthals immer wieder vor unserer Nase baumeln lassen ...
Dagegen gilt de facto längst überall das Trickspiel als Maxime. Das Trickspiel als Maxime ist das Konzept des Krieges! Im Frieden verabreden sich die Menschen, von arglistigem und heimtückischem Trickspiel abzusehen. Wir leben also offensichtlich in Kriegszeiten, müssen ständig auf der Hut sein vor hinterlistigen Angriffen professioneller Stäbe von Marketing- und Werbefachleuten und halbautomatischer und berateroptimierter Customer-Relationship-Prozesse, vor ganzen Abteilungen hochbezahlter Konzern-Juristen die seitenweise kleingedruckte AGBs mit teuflischen juristischen Fallstricken ausarbeiten, die Sie nur so wie sie sind akzeptieren dürfen oder eben nicht kaufen. Bei jedem Geschäft größer 3.000 Euro sollte man heute den Rat eines Rechtsanwaltes hinzuziehen, doch im Zweifelsfall arbeitet und berät dann auch der gegen Sie. Doch wo, gegen wen wird dieser Krieg geführt?
"Der Klassenkampf ist ein historischer Fakt, er wird von meiner Klasse, der Klasse der Reichen geführt und wir sind dabei ihn zu gewinnen" (Der amerikanische Multimilliardär und Börsenspekulant Warren Buffet, New York Times vom 26.11.2006).
>> Zum Teil 1 dieser Artikelserie "Worum es im Leben in Wahrheit vor allem geht"
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