Archiv für: Juli 2010



GESELLSCHAFT

Duisburg überall
Warum wir politisch gesehen seit Jahren längst alle Teil einer Duisburger Loveparade sind und uns diese deutliche Mahnung sein sollte

31.07.10 | von Knut Karnann [mail] | Kategorien: Nicht kategorisiert

Nachdenkliche Worte zu den Duisburger Ereignissen vom letzten Wochenende:

Duisburg, im Vorfeld der Loveparade 2010: Zu viele Bürger und Medien ließen das skrupellose Schalten und Walten der Politmächtigen zu und die Medien beförderten es sogar.

Gibt es denn ganz allgemeinpolitisch, irgendeine Hinsicht in der wir den Politikern noch vertrauen könnten? Und wird die fatale neoliberale Politik der Zerstörung von Humanismus und Nächstenliebe, die auch bald extrem übel für uns ausgehen dürfte, nicht ebenfalls ständig frenetisch unterstützt von unseren Massenmedien und unseren Wählerstimmen? Steht irgendjemand dagegen auf? Ja einzelne Mahner, wie es sie auch bei der Duisburger Feuerwehr gab, aber hören ausreichend viele Menschen auf sie?

Die Menschen fühlten sich zu Tausenden angezogen vom Sinnenrausch der sogenannten „Floater“, den Wagen mit der so schön betäubenden Trance-Musik, weithin „Techno“ genannt.

Die Menschen fühlen sich zu Millionen angezogen von den Verheißungen des ultraliberalen Konsumzirkus: Satellitenfernsehen, Fußballweltmeisterschaft und Hitec-Spielzeuge ohne Ende für alle und Fitness-Studios, Schülernachhilfe und Elite-Hochschulen für das "Survival of the Fittest", denn wie geil ist das denn, sich dank der Bedingungen einer immer weiter verschärften Konkurrenz- und Wettbewerbsgesellschaft als Gewinner über Andere fühlen zu dürfen.

Techno-Bässe sind dagegen wie Wiesengras im Verhältnis zu Kokain. Diese massenhafte Pervertierung der Lebensfreude und der Liebe, die man sich in Form von schnödem Konsum, künstlich generierten Gefühlswallungen zu Fernseh-Filmen, Soaps, digitalen Pornobildchen und musikalischen Balladen „reinzieht“, immer verfügbar. Das ist der Reiz, das Prinzip wie seit je her Drogen funktionierten.

Die Duisburger Loveparade hat gezeigt, wie Menschen derart, durch Vorfreude auf einen bestimmten "Rauschgenuß", dessen Legitimität an und für sich, von Zeit zu Zeit ich als äußerst lebensfreudiger Mensch um Gottes willen nicht in Frage stellen will, betäubt, von einigen wenigen "Organisatoren" in eine für sie höchst verderbliche Situation geleitet werden können.

Und führt nicht gerade der politische Ultraliberalismus unter genau solchen, völlig analogen Bedingungen gerade uns alle zusammen in eine Zukunft, die am Ende eine uns alle traumatisierende Hölle sein wird?

Man zwängte sie in ein mit Mauern, Zäunen und Tunneln völlig abgesperrtes, viel zu enges Gelände, …

Auch das Festival-Gelände der großen ultraliberalen Konsumparty liegt zwischen hohen Mauern: Denkmauern und politisch gezimmerten, praktischen Mauern.

Man lässt uns nicht auf das eine Nachbargelände, auf dem Schutzzölle oder ähnlich wirkende Umsatzsteuermodelle, unsere freiheitlich, demokratische Grundordnung, unseren Sozialstaat und Rechtsstaat beschützen vor dem Menschen- oder Arbeitnehmerrechtedumping paradoxerweise gerade auch solcher Staaten wie China oder Indien, die selbst für sich hohe Zölle weiterhin kassieren und mit teils zweistelligen Wirtschaftswachstumsraten deshalb davon profitieren.

Man lässt uns auch nicht auf das andere Nachbargelände, auf dem ein Privatisierungsstopp, Vermögenssteuern oder vermögensabhängige Einkommenssteuertarife mit allerhöchsten Spitzensätzen die Akkumulation endlich stoppen von immer mehr eben nicht nur Geld, sondern Eigentum an realer Lebenswelt bei nur noch ganz Wenigen, was natürlich und notwendiger Weise unserer Demokratie und unserer allgemeinen Freiheit die Atemluft immer weiter entziehen wird und die freiheitlich demokratische Grundordnung am Ende vorhersehbar umbringen.

Man lässt uns nicht auf das weitere grün blühende Nachbargelände, auf dem der Staat, weiter ein mächtiges Dach und sicherer Schutz für Alle bleibt, auch für die Schwächsten und Ärmsten und eine Autorität und Richter für alle gleichermaßen, auch für die privat Mächtigsten. Man läßt uns nicht auf dieses rettende Nachbargelände, wo der Staat nicht schrittweise zum alleinigen, privaten Machtinstrument der Wirtschafts- und Vermögensmächtigen umgestaltet wird, wie es auf dem ultraliberalen "Todes-Rave" gerade offensichtlich der Fall ist!

Als mit einfachen, demokratischen Mitteln nicht mehr überwindbare Absperranlage zu diesen und anderen rettenden Nachbargeländen

  • verteufelt man, Sprache und objektive wissenschaftliche Erkenntnis verbiegend, alle Denkvarianten als "rechts-" oder "links-extrem" oder nicht existent ("there is no alternative"),
  • schließt man, Montesquieus Gewaltenteilung mit den Füßen tretend, für die Nationalparlamente verbindliche internationale Abkommen auf Exekutiv-Ebene ab oder
  • gründet gleich entsprechende vertragliche Bündnisse mit supranationalen, nicht mehr wirklich demokratisch kontrollierten Gesetzes- und Bürokratiemaschinen oder baut diese immer weiter aus wie die EU.

Und gleichzeitig vergrößert man den Zustrom an Zuwanderern in den ultraliberalen Ellenbogen-Tunnel

  • durch ständige EU-Erweiterung,
  • Lockerung der Zuwanderungsbestimmungen und
  • ständige Heruntersetzung der Mindestgehälter für einwandernde Arbeitskräfte.

Von Barrikaden aus Absperrgittern und Polizeiketten an Stellen, an denen noch Luft war ließen sie sich beeindrucken, nahmen diese so an und drückten stattdessen immer weiter hinein in die Menge, in Ihresgleichen, bis am anderen Ende die ersten zu Tode gedrückt wurden …

Die Politiker stellen die Absperrgatter enger, wie jetzt gerade wieder geschehen mit "FDP-Röslers Gesundheitsreform", die Wirtschaftsunternehmen, Spitzenverdiener und Gesundheitssystemabzocker entlastet und Einkommensschwache finanziell stattdessen erheblich mehr belastet und unter diesen vor allem kinderreiche Familien.

Wie auf der Love-Parade legen sich die wenigsten mit den dieses bewerkstelligenden Kräften an und gelten dann auch noch als Buhmänner und Chaos-Stifter, stattdessen akzeptiert man das und erhöht man überall ordentlich deutsch, weil obrigkeitskonform den Druck auf seinesgleichen:

Wer rechtzeitig geschickte Mobbing-Intrigen startet, der wird bei der nächsten Jobabbau-Welle sicherlich nicht zu den Verlierern gehören und die ganz unten und die entlassenen gemobbten Kolleginnen und Kollegen sollen gefälligst künftig noch weniger Geld als Hartz IV heute bekommen, dann bleibt mir schon noch genug, um dem Konsum- und Medienhedonismus weiterhin ausreichend frönen zu können, obwohl auch der Druck auf mich offensichtlich größer wird. So denken bei uns leider die einen und die anderen lassen das alles einfach geschehen, weil man ja eh nur noch so wenig Zeit und Kraft dafür übrig hat, die eigenen Batterien aufzutanken, sich in seinem eigenen kleinsten und persönlichsten, direkten Umkreis noch die nötige Luft zum Atmen zu verschaffen bei all dem immensen Druck von Vorne, von Hinten und von der Seite.

Am anderen Ende halten die ersten den Druck nicht mehr aus, werden drogenabhängig, kriminell, landen im Gefängnis, lassen, depressiv geworden, ihre Kleinkinder verhungern, nehmen sich das Leben, landen als Obdachlose auf der Straße und werden dort von Neonazis oder marodierenden Jugendbanden erschlagen und vieles Schreckliche, auch weniger spektakulär, eher persönlich Schreckliche mehr.

Doch in der ganz, ganz großen Duisburger Loveparade, die wir nun alle zusammen schon seit vielen Jahren begehen, gibt es für diese Opfer immer noch keine allgemeine Betroffenheit, keine Kerzen und Kränze, keine Kondolenzbücher am nächsten Tag. Sie gelten nicht als Opfer, sondern dem neuen Nützlichkeitsfaschismus gemäß als Verlierer, auf die man mit der Brille der BILD-Zeitung mit Verachtung blickt, unwertes, weil nicht konkurrenzfähiges Leben, nicht Wert, dass die (noch) Erfolgreichen einen Gedanken daran verschwenden, …

Auf dem Festgelände lachten und tanzten Sie weiter bis zum Sonnenuntergang.

Nichts wird die Toten von Duisburg wieder lebendig machen, doch ihr Tod würde heilig, das Ruhrgebiet vielleicht doch noch zur Kulturhauptstadt einer neuen Zeit, würden wir durch ihr Schicksal als Gesellschaft endlich aufwachen, …

Hinweis: Die ursprünglich hier verlinkte RTL-Seite mit der bewegenden Trauerrede von Hannelore Kraft wurde zwischenzeitlich von RTL entfernt. Zum Glück gibt es Youtube! Dort steht die Trauerrede mittlerweile zur Ansicht bereit, so dass wir die Verknüpfung am 03.08. morgens entsprechend umgestellt haben und die Trauerrede somit hier wieder aufrufbar ist.

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POLITIK

Brauchen unsere Politiker mehr Handlungsfreiheit?
Letzter Aufruf zu unserer Juli-Umfrage! (Umfrage beendet!)

24.07.10 | von Knut Karnann [mail] | Kategorien: Nicht kategorisiert

Liebe Leserinnen und Leser,

in unserem Kommentarblog möchten wir in Zukunft gerne auch öfter eine Umfrage starten.

MACHEN SIE DOCH BITTE MIT! Es ist ja jeweils nur ein bisschen Lesen, Nachdenken und ein Mausklick.

Die Teilnahmemöglichkeit zu unserer aktuellen Juli-Umfrage läuft gerade aus. Dabei ging es um folgendes:

In den Mainstream-Medien wird ja immer wieder bedauert, dass es unseren Politikern an Handlungsmöglichkeiten fehlt, diese zu stark behindert werden durch zu häufige Wahltermine, föderale Mitbestimmung oder die Notwendigkeit Koalitionen zu bilden u.ä.

Im Gegensatz dazu meinen einige der neuen oppositionellen Gruppen in diesem Land, dass ein Stop jeglicher politischen Änderungen besser wäre, als alles was diese nicht mehr vertrauenswürdigen Politiker derzeit tun. Auch ich wähle übrigens deshalb mittlerweile immer im Sinne einer maximal blockierenden Parteienkonstellation, die vorigen Umfragetrends mit in meine Überlegung einbeziehend.

Wie denken Sie darüber?

Sie haben nur noch drei Tage Gelegenheit an dieser ersten Umfrage von uns im Kommentarteil teilzunehmen, nehmen Sie sie doch bitte wahr.

Klicken Sie dazu hier oder auf das Bild! Vielen Dank.

Viele Grüße,

Knut K a r n a n n

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POLITIK

Griechenland wehrt sich
Die Weltmeister des Widerstands zeigen ihr Können

19.07.10 | von Knut Karnann [mail] | Kategorien: Nicht kategorisiert

"Sparen ist nicht einfach! Und die Griechen offenbar dazu nicht in der Lage!", höre ich oft in meinem Bekanntenkreis.

Ja, aber Kampf für die Demokratie und die Rechte der Menschen ist erst recht nicht einfach und hierzu sind die Griechen offenbar viel mehr als wir in der Lage. Das, finde ich, verdient allen Respekt!

Einen politischen Generalstreik kann man sich bei uns kaum vorstellen.

Sehen Sie hier zwei Videos um sich ein Bild vom aktuellen Kampf der Griechen zu machen, der von unseren Medien ziemlich tot geschwiegen wird. Natürlich will man verhindern, dass das auch bei uns Schule macht: Hier marschieren die Demonstranten im Marsch in Phalanx, energisch und kraftvoll, bei uns meistens nur die Hundertschaften der Bereitschaftspolizei. Im Gegensatz zu den "Spazier- und Schleichdemonstrationen" bei uns sieht man deutlich den Stolz und das Selbstbewußtsein aller dieser griechischen Demonstranten als freie Menschen, als freie Bürger. Davon können wir lernen!

Athener Großdemonstration vom 15. Mai 2010 - Quelle: Youtube

Generalstreik von PAME, 8. Juli 2010 - Quelle: Youtube

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GEDANKEN

Du bist nicht allein, ...
Glaube daran!

13.07.10 | von Knut Karnann [mail] | Kategorien: Nicht kategorisiert


Du bist nicht allein, glaube daran!

Keiner von uns ist ohne Probleme.

Wir machen unsere Tür zu.

Was die Nachbarn bewegt, vielfach wissen wir es nicht.

Wir haben Probleme, wie gewiss so oder ähnlich viele andere auch.

Doch die kennen wir nicht, wir suchen sie auch nicht.

Gegenüber Arbeitskollegen, entfernteren Verwandten halten wir uns bedeckt.

Manches was wir so sehr erleiden, versteht selbst unser Ehepartner, verstehen unsere Kinder nicht mehr.

Wir sind nicht alleine und doch bleiben wir alleine.

Und unsere großen Feinde machen es sich seit Langem zu Nutze!

Unsere Not wird größer und manchmal

verleugnen wir uns schon selbst vor uns selbst

und ein Teil von uns bleibt ohne dem anderen ...

Knut Karnann, Juli 2010

Für alle von Euch, die so oder ähnlich empfinden (macht Euch selbst keine Vorwürfe, es sind verdammt schwere Zeiten), gab es oben ein Lied von einem der vielen Internet-Talente, denen niemand einen Plattenvertrag gibt ...


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POLITIK

Das "Political Repair Team" deutscher Ingenieure
beginnt heute seine Arbeit

08.07.10 | von Knut Karnann [mail] | Kategorien: Nicht kategorisiert

Mein Aufruf vom 27.03.2010 hat erste Früchte getragen.

Mit vier Fachkollegen werden wir heute Abend die Arbeit beginnen, ein politisches Gegenkenzopt gegen das ultraliberale Programm zu erarbeiten.

Deutsche Ingenieure können alles! Unser Politik-, Demokratie-, Wirtschafts- und Finanzsystem sind auch nur Systeme von einer Ingenieuren aus der Technikwelt durchaus vertrauten Komplexität.

Volkswirtschaftler, Juristen, Finanzexperten usw. sind offenbar daran gescheitert! Sie konnten es nicht oder sie wollten es nicht, da diese anderen Berufsstände oftmals korrupt sind:

Alle diese Systeme, die zusammen die Grundlage unserer Gesellschaft und unserer entscheidenden Lebensumwelt prägen, sind heute aus dem Blickwinkel des Gemeinwohls betrachtet hochgradig defekt.

Ausgangspunkt für meine Initiative war folgender Gedanke: Wer die Ausmaße des gigantischen technologischen und auch operativ betriebswirtschaftlichen Fortschritts der letzten Jahrzehnte begreift, der versteht, dass dieser erstmals eine Welt ermöglicht, in der selbst unter Erschwernissen wie dem demografischen Wandel ALLE einen Lebensstandard leben könnten, wie ihn früher nur die reichsten kannten.

Gleichzeitig schaffen Volkswirtschaftler, Juristen, Finanzexperten usw. jedoch eine Welt, in der selbst dieser gigantische Fortschritt wieder nur einer kleinen Minderheit zu Gute kommen soll.

Folglich gibt es entgegen allem "There is no alternative"-Gerede also natürlich Alternativen. Und sie sind vermutlich sogar viel leichter realisierbar als alle heute glauben, da es eine Methode dieser anderen, korrupten Kreise ist, die Lösungen bei Weitem schwieriger aussehen zu lassen, als sie es in Wirklichkeit sind.

Das Paradies auf Erden für Alle ist heute bereits machbar, wenn es nicht durch eine kleine Minderheit absichtlich sabotiert und kaputt gemacht würde.

Alle in der Mittel- und Unterschicht dürsten doch in Wahrheit mittlerweile geradezu nach einem realistischen (!) Konzept, wie man die grundsätzliche Politik besser gestalten kann.

Hier auf diesem Blog, sollen Sie in den nächsten Monaten Zeuge werden, wie ein neues Zukunftskonzept für dieses Land, ja die gesamte abendländische Zivilisation erarbeitet werden wird, von einer Profession mit Weltruf: Den deutschen Ingenieuren!

Unsere Mission heißt Hoffnung!

Gibt es weitere Menschen aus Professionen der angewandten Technologie, Ingenieure, Computer-Experten etc, die sich unserem Arbeitskreis anschließen wollen?

Bitte melden Sie sich einfach mit einer Email an knut.karnann(at)gmx.de.

Wir freuen uns über jede Verstärkung, denn ...

Hier nehmen Sie teil an der ersten öffentlichen Online-Konferenz der neuen Vereinigung "DIFD- Deutsche Ingenieure für Deutschland" bis zum 31.07.2010, Danke!

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GESELLSCHAFT

Gold nach oben!
Unsere verdrehte Fahne und wozu sie uns eigentlich verpflichtet ...

03.07.10 | von Knut Karnann [mail] | Kategorien: Nicht kategorisiert

Fußball-WM 2010, das ganze Land ein schwarz, rot, gelbes Fahnenmeer.

Was kaum einer weiß: Es sind die Farben der Jahrhunderte lang, leider mehr früher als heute kämpfenden deutschen Freiheitsbewegung:

Wie in der japanischen Flagge sind es, jedoch nur vordergründig, die Farben des Sonnenaufgangs, die Farben des anbrechenden Tages (noch dunkles Land, roter Horizont und bereits heller Himmel), der Einkehr des Lichtes und der Helligkeit, der Freude und der Hoffnung auf das Neue, Bessere.

Die tiefere Symbolik dieser Farben für die deutsche Freiheitsbewegung ist das Gelöbnis, sich jeder Form der Unterdrückung durch die Mächtigen (schwarz) mit größter Opferbereitschaft (rot wie das notfalls dafür zu vergießende Blut) entgegen zu stellen, um Freiheit, Wohlstand und Recht für Alle (gold) zu erringen und zu gewährleisten. In der richtigen Anordnung dieser Symbolik ist Gelb oben und Schwarz unten, so beweisen es auch historische Abbildungen:

Doch wir jubeln lieber mit den somit falsch herum gehaltenen Fahnen über unsere, wenn man es einmal ehrlich über den Abend eines WM-Spieles hinaus betrachtet, für unser Leben doch ziemlich einflusslosen Fußballnationalspieler, als uns mit den richtig herum gehaltenen Farben (Gold nach oben) zu empören, dass die deutsche Regierung zeitgleich an einem Treffen teilnimmt, bei dem derart skandalös wie in dem nachfolgenden Video gezeigt mit friedlichen Staatsbürgern umgegangen wird. Und für solche Maßnahmen werden auch noch mitten in der Wirtschaftskrise hunderte Millionen an Steuergeldern aufgewandt.

Haben wir mit einer gigantischen Wiedervereinigungsanstrengung, die uns heute, zwanzig Jahre später immer noch Milliarden an Steuerngeldern kostet, das hässliche Phänomen der Berliner Mauer und des DDR-Grenzzauns überwunden, damit unsere eigenen, westlichen Regierungen rund zwanzig Jahre später lebendige Mauern aus natürlich (analog unserer Fahnenfarbensymbolik) schwarz gekleideten, hochgerüsteten Amtsträgern (um nicht zu sagen „Schlägern“) erfinden, die friedliche Menschen quasi „fressen“, sie aus der Gemeinschaft heraus separieren und brutal zu Boden zwingen wie schwächliche Zebras aus der Herde, wie man auf dem Video sieht.

"Bürgerfressende" Polizeiketten beim G20-Gipfel in Toronto, Juni 2010 - Quelle: Youtube

Anmerkung: Das ursprünglich hier eingebundene Video wurde auf Youtube entfernt. Es ist jedoch weiterhin unter diesem Link hier auf einem anderen Service (Vimeo) verfügbar.

Auf diese Weise in Toronto inhaftierte US-amerikanische Blogger-Kollegen berichten im Internet von über zwanzigstündigen Arresten in einem Guantanamo-ähnlich, extra für den G20 Gipfel provisorisch als Gefängnis hergerichteten Lagerhaus ohne Privatsphäre, mit entwürdigender Behandlung der Festgenommenen und stundenlangem Tragen Müssen von Handfesseln selbst bei nötigen Gängen auf die Toilette (all das, nur weil man der Sperrzone, einer sich noch dazu ständig unberechenbar bewegenden Polizeimauer, wie man auf dem Video sieht angeblich näher als 5 Meter gekommen ist, wenn auch auf völlig friedliche Weise, wofür in Kanada, um dieses zu ahnden eigens ein Strafgesetz verabschiedet worden ist).

„Immerhin an solchen Mauern wurde im Gegensatz zum DDR-Grenzzaun noch niemand erschossen.“ werden Sie jetzt vielleicht denken. Aber da liegen Sie falsch, auch an diesen Polizeimauern der großen internationalen Regierungsgipfel im Westen gab es für freiheitsbewegte Bürger schon gänzliches Ableben und zwar durch Kopfschuss aus der Polizeipistole: Lesen Sie bitte hier.

Manchmal funktioniert bei uns noch ein kleines bisschen die Gewaltenteilung und eine unabhängige Justiz hat die Fälle des Gipfeltreffens der großen Wirtschaftsstaaten im Juni 2001 in Genua, Italien geahndet. Dieses beweist, dass im Westen, selbst in Berlusconis Italien, heute noch nicht alles verloren ist. Das sollte uns anspornen, dem Auftrag unserer Fahne Folge zu leisten, bevor dann bald wirklich alles zu spät sein wird.

Angesichts der Videobilder oben wird es unverkennbar: Die autoritäre Unterdrückung der Mächtigen ist im Begriff zurückzukehren! Hoffentlich fordert mindestens die Fraktion der Linken in einer parlamentarischen Fragestunde die Bundeskanzlerin auf, doch einmal dazu Stellung zu nehmen, wie sie sich denn damit fühle, auf diese Weise mit nahezu brachialer anmutenden Methoden als die gemeinhin von Putins Moskauer Schlägerpolizisten bekannten vor den freien Bürgern des Westens „geschützt“ zu werden.

Wir wedeln bierdumm und gedankenlos mit den Fahnen des Freiheitskampfes, „Brot essend und Bier trinkend für die Spiele“, ohne dabei überhaupt noch die höhere Bedeutung unserer drei Farben zu kennen.

Uns ist nicht gewahr, dass die besseren Kreise aus dem Inland und die der Siegermächte, die die Weimarer Republik und die Bundesrepublik mit kreiert haben, uns mit unserer Nationalfahne scheinbar bereits ein „Ei“ gelegt haben, indem sie die Reihenfolge der Farben umdrehten und die Unterdrückung wieder oben aufsetzten und den Sonnenaufgang (noch dunkles Land, roter Horizont und bereits heller Himmel) in den Sonnenuntergang (bedrohlich dunkelnder Himmel, roter Horizont, noch im Licht der letzten horizontalen Strahlen des verblassenden Wohlstandes golden scheinend, erhelltes Land) verkehrten.

Vielleicht sollte es wie der Knoten im Taschentuch sein: In historischer Stunde, schienen Freiheit und Demokratie für Deutschland der einzige Ausweg, aber die Mächtigen wollten sich mit dieser Verdrehung der Flagge der großen, deutschen Freiheitsbewegung des 18. und 19. Jahrhunderts daran erinnern, dass sie die Übermacht eines Tages wieder erringen wollen. Und seit mindestens 15 Jahren scheint das auch in Deutschland wieder allzu offensichtlich umgesetzt zu werden. Vielleicht steht die autoritäre Unterdrückung sogar bereits wieder kurz vor ihrem Triumph. Die Gewaltsymptome auf der Straße sind da nur ein kleines Symptom, die wahre Gewalt findet woanders statt, da wo Medienmeinung und Abgeordnetenstimme gekauft werden, Minister, Beamte und Richter bestochen, die Tarifautonomie ausgehebelt usw.

Wie wäre es, wenn nach der Fussball-WM wir die Fahnen nicht mehr einpacken würden, sondern umdrehen! Umdrehen in die alte Reihenfolge! Gold nach oben, um uns geschlossen, gegenseitig für einen neuen Kampf um Freiheit, Wohlstand und Recht für Alle zu aktivieren, statt Anarcholiberalismus für Wenige und die Hölle auf Erden als Zukunftsperspektive für den ganzen Rest.

Die „Hölle auf Erden“ jetzt übertreibt er wieder, der Karnann, werden Sie sagen. Nein! Ich finde, eine Welt in der akademische Arbeitnehmer sich in letzter Verzweiflung aus den Hochhausfenstern ihrer Bürohäuser stürzen und sich im künstlich angelegten Firmenteich ertränken oder sich als Familienväter kleiner Kinder zu Hause das Leben nehmen (Frankreich, lesen Sie hier) zum Beispiel nach Mobbing und Kündigung (Wolfsburg, Deutschland, lesen Sie dort) ist definitiv der Beginn. Die neoliberalen Politikdogmen, denen Medien und Parteien bei uns unterliegen, implementieren, realisieren in der Tat gerade eine solche „ultraliberale Hölle auf Erden“. Ihr wollt das einfach geschehen lassen und Euch mit Spielen ablenken? Stellt Euch vor, wenn das so weitergeht und so wie gerade eben in Griechenland von der EU erzwungen und bei uns von der FDP und anarcholiberalen Hardlinern von CDU, SPD und Arbeitgebervertretern seit Langem gewünscht, auch noch der Kündigungsschutz völlig weg fällt. Plötzlich müssten Sie Ihrer Bank für Ihr Eigenheimdarlehen drei Prozent höhere Zinsen zahlen. Noch nicht einmal aufgrund Ihrer tatsächlichen Entlassung, sondern nur weil der Wegfall der Kündigungsschutzgesetze in den Augen der Banken natürlich sofort die Bonität aller abhängig beschäftigten Arbeitnehmer in diesem Lande in den Abgrund reißen würde …

Fragen Sie sich einfach nur: Wollen Sie eine solche Zukunft wirklich? Wollen Sie wirklich, dass mit der weiteren Beschleunigung der Umsetzung der ultraliberalen Agenda unser Leben (und das Leben unserer Kinder) in eine, schon alleine aus psychologischen Gesichtspunkten, „Hölle auf Erden“ verwandelt wird?

Schauen Sie sich doch die Bilder der neuen Zeltvorstädte der ehemaligen US-Mittelschicht an.

Neue Mittelschichtvorstädte in den USA am Beispiel von Sacramento, Kalifornien, dem einstmals reichtsen Bundesstaat der USA - Quelle: Youtube

Ja das ist Amerika, aber wir haben gelernt, dass alles, was dort beginnt, in ein paar Jahren auch hier ankommt. Und wenn die Bundesregierung gerade, lesen Sie hier, das Wohngeld um 40% kürzen will, wo sollte das dann auch anders hinführen, als eben genau dahin: Zu Eltern, die sich nicht trauen ihren Internatskindern zu erzählen, dass sich das Häuschen der Familie mittlerweile in ein Obdachlosenzelt mit Donnerbalken im Straßengraben als einziger sanitärer Einrichtung verwandelt hat.

Wollen Sie das wirklich? Noch nicht einmal mute ich Ihnen hier die Frage zu, ob Sie dagegen aufbegehren mögen notfalls unter persönlichen Opfern, wie es unsere Nationalfahne, die Sie zu dieser WM freudig schwingen, eigentlich gebietet.

Werden Sie sich zunächst einmal einfach darüber klar: Wollen Sie, dass die ultraliberale „Hölle auf Erden“ für Ihr restliches Leben und für das Leben Ihrer Kinder und Kindeskinder vollendet wird? Wollen Sie es wirklich? Wollen Sie den totalen Ultraliberalismus? Wollt Ihr ihn wirklich?

Nein? Dann gehen Sie mindestens hinaus zu Ihrem Auto und ziehen Sie die Fahne richtig herum auf, mit dem Gold nach oben, für immer!


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