
Bild oben: "Highway of Death, Irak", gefunden bei:
airborneshodan / Duane Smith auf flickr
(frei für nicht-kommerzielle Verwendung
bei Nennung des Fotographen)
"Die westliche Zivilisation empfiehlt den Asiaten und Orientalen die Demokratie, führt angeblich dafür sogar Kriege und weiß selbst nicht mehr, was das ist."
Dieses ist ein Ausschnitt aus dem zweiten Teil unserer Artikelserie "Demokratiekultur versus Hierarchiekultur", zu der wir hier nun einen "Kastenartikel" nachliefern:
Die sechs populärsten Irrtümer zum Thema Demokratie:
1. Die gegenwärtige Demokratiestörung sei die Demokratie
Demokratiegegener aller politischen Extreme führen gegenwärtig gegen die Demokratie ins Feld, dass sie sie für den gegenwärtigen unbefriedigenden Zustand unseres politischen Systems verantwortlich machen. Dabei müssen wir derzeit eine für uns schrecklichere politische Entscheidung nach der anderen ertragen, gerade weil die Demokratie spätestens seit dem rot-grünen Wählerverrat bei uns nicht mehr in auch nur ausreichendem Maße funktioniert! Was seitdem an politischen Entscheidungen läuft, darf man doch nicht mehr einem System anlasten, dass es seit 1998 de facto gar nicht mehr gibt. Seit Gerhard Schröder und Joschka Fischer, seit deren Einführung des neuen, demokratie-er-und-zersetzenden politischen Systems der Technokratie, seit der Ermächtigung von "Expertenkommissionen" zur Gesetzesinitiative (siehe nur die Entstehung der Hartz-Gesetze am Anfang dieses Jahrtausends) und seit der gleichzeitigen Forcierung des parlamentarischen Fraktionszwanges a la Struck und Müntefering, die diesen demokratisch nicht legitimierten Kommissionen quasi Legislativ-Rang verschafft hat, befindet sich unser Land, das sehen auch viele Sozial- und Politikwissenschaftler so, in einem quasi postdemokratischen Zustand: Wir leben heute in einer Art und -- was besonders alarmieren muss -- noch dazu schwindenden Restdemokratie, in der gewisse demokratisch, freiheitlich und rechtsstaatlich ausgerichtete Grundstrukturen wie unser Grundgesetz lediglich nachwirken, aber längst nicht mehr wirken und noch weniger funktionieren. Andere demokratiezerstörende Ursachen waren und sind:
- die etwa von Dr. Peter Gauweiler (CSU) oder Prof. Dr. Schachtschneider kritisierte Aushebelung der Gewaltenteilung durch die nationalen Regierungen, der eigentlich nicht legislativ befugten Exekutiven, die, entgegen der laut Montesqieu wesentlich demokratie-begründenden Gewaltenteilung, Legislativmacht an sich gerissen haben, nicht nur über die neuen Formen des Fraktionszwanges im Parlament, sondern über gesetzgeberisch de facto verbindliche internationale, überstaatliche Vereinbarungen (wie auch entsprechende Entscheidungen übernationaler Regierungsrunden oder gar, in Staatenbünden wie der EU, zu diesem Zweck bereits fest institutionalisierter Multi-Regierungsgremien)
- private Vermögens-, Medien- und Lobbymacht (eine ähnliche Machtstellung auf gleicher Ursache hatte in finstersten europäischen Jahrhunderten schon einmal die Kirche) kontrollieren seit langem die gewählten Politiker mehr, als die Wählerinnen und Wähler mit ihrer Stimmabgabe alle vier Jahre. Dieses geschieht mit "Zuckerbrot und Peitsche" (lobbyfreundliche Politiker bekommen gute Presse und wohldotierte Pöstchen nach ihrer Amtszeit in der Wirtschaft, stattdessen volksfreundlichen Politikern dagegen droht über kampagnenartiges Medienmobbing und Ächtung in Wirtschafts- und Arbeitgeberkreisen die Zerstörung ihrer persönlichen Lebenszukunft).
2. Demokratie sei die strukturelle Verfassung eines Staates
Gesetzliche und rechtliche Strukturen werden oft "demokratisch" genannt, wenn sie das Leben von politischer Demokratiekultur begünstigen. Sie sind aber (siehe die demokratische Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik, DDR) weder Garantie für noch die Demokratie. Wie bei der Erfrischungsgetränke-Werbung: "Spass ist, was Ihr daraus macht!" ist auch Demokratie, was Ihr daraus macht! Demokratie ist eine Kultur, die auf allen Ebenen des menschlichen Zusammenlebens, angefangen von den Familien, Freundeskreisen, Vereinen, über Organisationseinheiten in Unternehmen und Standorten und Betrieben, bishin zu den Staaten und Staatenbünden gelebt werden kann und gelebt werden muss, damit sie existiert. Demokratie ist nichts Anderes als die tagtägliche Praktizierung von Demokratiekompetenz:
- Wissen und Wissensweitergabe um den Wert der Demokratie (einziges bekanntes, sozialpolitisches Konzept zur kontinuierlichen Sicherstellung von Frieden und nachhaltiger Verhinderung gemeinschaftlichen Irrsinns)
- das gleichzeitige Leben von maximaler Offenheit gegenüber Meinungen einerseits und maximaler Widerspenstigkeit gegenüber antidemokratischen Bestrebungen jeder Art (insbesondere der gruppeninternen, subtilen Art) andererseits
- das Streben nach Wissen, Bildung und Resümieren eigener Lebenserfahrung, insbesondere aber auch das Streben nach Wissen, das für die Bewertung aktueller politischer Fragen und der Beschaffenheit wesentlicher gemeinschaftlicher Einrichtungen (wie etwa der sozialen Sicherung) notwendig ist
- Ständige Einübung von Empathie und Solidarität, Mitfühlen mit allen Menschen in Not, aus welchem Grunde auch immer (Es kann nicht sein, dass wir Opfern von Naturkatastrophen mehr Mitgefühl zollen, als denjenigen Menschen die Opfer von gleich welcher politischen Ideologie und gleich welchen gesellschaftlichen Systems werden: Ja, auch der ultraliberale Kapitalismus macht Millionen Menschen zu Opfern, die unserer Solidarität und unseres Beistandes bedürfen, genauso wie Erdbeben-, Tsunami- und Überschwemmungsopfer, machen wir uns das endlich bewusst!); und zur Solidarität gehört auch, dass man sich als Opfer -- und jeder wird einmal im Leben Opfer von irgendetwas -- mit anderen Opfern verbündet und nachhaltig, organisatorisch zusammenzuschweißt, zum Zwecke der gegenseitigen Hilfe auch beim lautstarken Rufen nach Beistand von anderen Teilen der Gesellschaft, die selbst nicht betroffen sind.
- allgemeine Sozialkompetenzen, wie Vermittlung in Konfliktsituationen, Finden eines Ausgleichs gegenläufiger Interessen, Suchen nach Kompromissen, Akzeptieren, dass es stets notwendig und immer möglich ist, Kompromisse zu finden und Bereitschaft auf demokratischem Wege gefundene Kompromisse schließlich auch zu akzeptieren, Parteinahme für Schwächere (z.B. Diskussionsteilnehmer) unabhängig vom Übereinstimmen mit deren Position, nur um deren gleichwertiges Einbringen von Meinung sicher zu stellen usw.
- persönliche Opferbereitschaft der Einzelmenschen: Demokratie gibt es nicht umsonst, doch Demokratiekultur zu vernachlässigen wird die Menschen auf Dauer viel teurer zu stehen kommen (Anm. d. Autors: wie jemand, der sich nicht regelmäßig die Zähne putzt irgendwann den Zahnarzt, seine hohen Rechnungen oder die Zahnschmerzen, stinkenden Mund und Zahnlücken wird ertragen müssen, wogegen das tägliche Zähneputzen noch eine relativ angenehme Pflicht gewesen wäre)
3. Demokratie sei in der Hauptsache nicht mehr und nicht weniger als ein bestimmtes Wahlrecht
Freie, gleiche und geheime Wahlen sind sicherlich DIE Grundvoraussetzung dafür, dass Demokratie auf friedliche Weise (ohne blutige Revolution) aktualisiert werden kann, insbesondere wenn ein Abdriften der Stärksten im Staat zu demokratiefeindlichem Verhalten hin festgestellt werden muss. Ohne Frage muss höchste Priorität darauf gelegt werden, dieses gegen Bestrebungen, wie die Einführung von Wahlcomputern u.ä. zu verteidigen. Jedoch ist Demokratie viel, viel mehr als ein Wahlrecht. Selbst eine umfassende Ermöglichung sachbezogener Volksentscheide würde alleine noch nicht Demokratie bedeuten, jedenfalls nicht zwangsläufig. Demokratie ist wie oben gezeigt stattdessen eine Kultur, die umfassend und zwar auf allen Ebenen gelebt werden muss. Bezeichnend ist, dass z.B. auch der große deutsche Verein "Mehr Demokratie" sich völlig fokussiert hat auf die Durchsetzung weiterer und verbesserter Abstimmungsmöglichkeiten. Dagegen benötigen wir AUCH einen Verein "Mehr Demokratie", der die Menschen dazu anregt, auf allen Ebenen und im Umfeld ihrer persönlichen Situation Demokratiekultur zu leben, Demokratiekompetenz zu verstehen und praktisch einzuüben, die Menschen fähig zu machen, für gruppeninterne Demokratie, damit sie z.B. als zahlende Partei- und Gewerkschaftsmitglieder dann auch wirklich in der Lage sind, ihre Gruppen als Individuen aktiv mitzugestalten.
4. Die Mehrheit sei dumm
Das ist eine der größten der antidemokratischen Versuchungen, der mittlerweile auch wieder wichtige Menschen, wie etwa Journalisten großer Nachrichtenmagazine, wie "Der Spiegel", unterliegen und Ministerpräsidenten, die Saudi-Arabien um sein durchsetzungsstarkes politisches System beneiden. Das muss alarmieren! Menschen, die sich so äußern, beweisen, dass sie den allerwesentlichsten Wert der Demokratie, der ein Alleinstellungsmerkmal unter allen politischen Systemen bleibt, nicht verstanden haben: Die Mehrheit in Summe mag nicht zu beliebiger Genialität fähig sein, wie sie teils von Einzelmenschen erreicht wird, sie ist dafür aber auch kaum jemals (jedenfalls nicht vor entsprechender Maessenhysterisierung durch die Propaganda von Einzelmenschen und ideologisierte Menschengruppen), eigentlich nie von Irrsinn betroffen (wie Einzelmenschen und ideologisierte Menschengruppen - und ich behaupte, auch anarcholiberale Turbokapitalismus-Beschwörer sind wieder einmal so ein Fall - es nicht selten sind). Deshalb ist es die einzige Absicherung dagegen, dass ganze Gesellschaften durch den Irrsinn von Einzelpersonen, wie Deutschland 1945, in den Abgrund historischer Katastrophen geführt werden, die Gesamtheit der Menschen den Weg der Gemeinschaft bestimmen zu lassen und durch die Sicherstellung der allgemeinen, freien Meinungsäußerung zu verhindern, dass Volksmehrheiten von irrsinnigen Einzelpersonen massenweise mit irrsinnigen Weltvorstellungen "infiziert" werden (weshalb es so wichtig ist, die gegenwärtige demokratieunterminierende Meinungsmache von Gruppen wie INSM oder der Bertelsmann-Stiftung oder der Springer-Presse zu stoppen). Für beides steht die Demokratie, sie ist das einzige bekannte, kontinuierlich wirksame Immunsystem gegen gemeinschaftlichen Irrsinn und das ist wichtig. Ein einziger Ausbruch gemeinschaftlichen Wahnsinns reicht zur sozialen Variante des Super-GAUs aus, ganze Nationen oder auch Zivilisationen für immer auszulöschen und Aber-Millionen Menschenleben zu versehren oder auszulöschen.
5. Anarchie sei die bessere Demokratie und das noch höhere Maß an individueller Freiheit
Während freiheitliche Demokratie gleiche Freiheit gewährleistet, strebt Anarchismus danach, jedem Individuum die ihm mögliche, größte Freiheit zu gewährleisten notfalls auf Kosten schwächerer Individuen. Was unser Finanzkapital gerade macht ist nichts anderes als die Praktizierung solcher Anarchie. Anarchismus ist immerwährender Krieg, Demokratie dagegen immerwährender Frieden unter den Menschen, da gelebte demokratische Kultur stets für einen Ausgleich verschiedener Interessen sorgt und alle leben läßt, kaum je jemanden derart in Not bringt, dass er zu allem fähig wird (z.B. zum hinterlistigen Morden und Versehren anderer). Anarchie dagegen läuft am Ende immer auf Faustrecht, auf das Recht des Stärkeren hinaus (da sie ein gemeinschaftliches System des Interessenausgleichs und der Moderation ablehnt). Sie unterscheidet sich von totalitären, hierarchischen Systemen nur dadurch, dass sie nach einer "natürlichen Ordnung" strebt und "künstliche Ordnungen" ablehnt.(Anm. d. Autors: Was in meinen Augen völliger Bullshit ist: Ob mir der "künstliche" Staat eine Steuer auferlegt oder jemand ganz Natürliches, der in einem auf "gegenseitiger, freier Vereinbarung" basierenden Geschäft mich auf hinterlistig, betrügerische Weise finanziell ausgenommen hat und mich "ganz natürlicher Weise", privaterseits gewaltsam zum regelmäßigen Schuldendienst zwingt, wogegen es in einer Anarchie unmöglich wäre sich mit einem Gerichtsverfahren oder Ähnlichem zur Wehr zu setzen, wäre das eine wie das andere Zwang und Freiheitsbeschränkung. Und was wäre wohl der schlimmere Freiheitsverlust?)
6. Demokratie habe ja noch niemals funktioniert
Ja, so wie es absolute Gerechtigkeit noch niemals irgendwo gab. Aber bleibt es deshalb nicht dennoch notwendig, das Streben nach Gerechtigkeit niemals aufzugeben? Und hatten wir dank der Nachkriegsdemokratien im Westen dort als Menschen (so bis zum Anfang der 90er Jahre etwa nicht die besten Zeiten und das beste Leben, den besten Lebensstandard, die größten Freiräume an Lebensgestaltung, wie es das alles niemals zuvor in der Geschichte für so viele Menschen gleichzeitig so lange irgendwo gab? Waren diese Demokratien also nicht z.B. bereits mindestens brauchbar nahe an das Ideal von Demokratie herangekommen. Warum sollten wir nicht da wieder aufsetzen? Und darüber hinaus aber nicht vergessen: "Demokratie ist immer nur, was Ihr daraus macht!", Demokratie funktioniert immer nur so lange und so gut, wie die demokratische Kultur auch aktiv gelebt wird. Nicht-Funktionieren von Demokratie ist somit immer auch Dein, mein, unser aller Versagen! Es der Idee der Demokratie an sich anzuslasten, wäre in etwa so, wie dem nicht aufgedrehten Wasserhahn anzulasten, dass kein Wasser herauskommt. Selbst, dass die Nachkriegsdemokratien sich aus heutiger Sicht nicht nachhalten konnten, ist nicht der demokratischen Idee an sich anzulasten, sondern vielmehr neben den Demokratiefeinden, die als "The evil is always there!", in alle Ewigkeit von allen Seiten der Demokratie nach dem Leben trachten werden, dem Umstand, dass eine zu große Zahl von Bürgern hinsichtlich dem Praktizieren von Demokratiekultur überall und auf allen Ebenen zu bequem und zu faul geworden ist.
Der Artikel-Autor arbeitet derzeit an dem letzten und vierten Teil von "Demokratiekultur versus Hierarchiekultur", der in der sensationellen Erkenntnis münden wird, dass nicht Frieden sondern funktionierende Demokratie das Gegenteil von Krieg ist und ohne eine Reparatur der bereits seit ca. 1998 defekten Demokratie eine kriegerische Zukunft auch hier bei uns mitten in Europa innerhalb schon weniger Jahre wieder unausweichlich würde, unsere Kinder wieder massenhaft in kriegerischen Auseinandersetzungen sterben müssten.
Die Menschen fürchten sich vor dem Zusammenbruch der natürlichen Umwelt und gehen dafür auf die Strasse. Doch wenn es dafür "fünf Minuten vor Zwölf" stehen sollte, was der Artikelautor nicht teilt, hier sollten wir mindestens noch einige Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte haben, dann steht es mindestens "fünf Sekunden vor Zwölf" für die Verhinderung eines Zusammenbruchs unserer wirtschaftlichen und sozialen Lebensumwelt. Wir würden aktuell sechzig Mal mehr politischen Kampf der Menge benötigen, als gegenwärtig für die Planetenrettung und Antiatomkraft aufgebracht wird. Doch fataler Weise verhält es sich, wenigstens bis vor Stuttgart 21, noch genau anders herum, zeigte sich hier nicht einmal ein Sechzigstel an Engagement.
Zu den bisherigen Artikel-Teilen von "Demokratiekultur versus Hierarchiekultur":
Teil 2: Von Königen und Untertanen
Teil 3: Das Paradoxon des Strebens nach Anarchie
Vierter Teil erscheint in etwa 14 Tagen exklusiv auf dem Mittelschicht Weblog ...
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In unserem letzten Blog-Artikel hat Uwe auf eine dieser typischen Fersehsendungen über den Abstieg der Mittelschicht hingewiesen. Auffällig ist, dass hier immer auch eine Art "Nobelpaar" gezeigt wird mit Doppelverdienern manchmal auch noch ohne Kinder.
Mir macht es Sorge, dass das ganze System hat, um den auch von der Springerpresse in Deutschland offenbar strategisch angezettelten Neid- und Hetzkonflikt Mitte gegen Unten, Unten gegen Mitte zur Abwechslung einmal von der anderen Seite her zu schüren. Desweiteren soll damit natürlich der gesamten Mittelschicht suggeriert werden: "Was wollt ihr denn, Euch geht's doch blendend." Für die meisten anderen Mittelschichtangehörigen trifft dagegen eher das Gegenteil dieser Aussage zu!
In meinem Kollegenkreis habe ich selbst kinderlose Doppelverdiener im gehobenen Angestelltenbereich und denen geht es gut, keine Frage. Die machen jedes Jahr Fernreisen, von denen meine Familie nur träumen kann und erzählen darüber, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt. Da sie mit zwei Einkommen abgesichert sind, haben sie auch weniger Zukunftssorgen. Aber kinderlose Doppelverdiener, zudem beide in der oberen Gehaltsklasse der Tariftabellen sind in der Mittelschicht insgesamt ja doch eher eine Minderheit, falls sie nach der (meiner persönlichen Meinung nach höchst unsinnigen, aber) zur Zeit wissenschaftlich offiziellen, rein einkommensabhängigen Definition der Mittelklasse überhaupt noch zu dieser zu rechnen sind.
Auf der anderen Seite, was ist bei den heutigen Preisen ein Nettoeinkommen von, sagen wir, 3300 Euro monatlich, für eine Familie mit einem Kind oder zwei Kindern? Für mich habe ich es einmal durchgerechnet und ich komme darauf, dass eine erwachsene Person, um das zu führen, was man heute ein "normales Leben" nennt, mindestens ein Einkommen nach Steuern und Sozialabgaben von sage und schreibe 1.800 Euro im Monat benötigt.
Aufgrund von Synergie-Effekten des Zusammenlebens komme ich für den Ehepartner immer noch auf mindestens 1.400 Euro und für das erste Kind auf 600 Euro (800 Euro minus Kindergeld). Für weitere Kinder wegen der Wiederverwendbarkeit mancher Sachen und höherem Kindergeld 500 Euro.
D.h, um ein normales Leben zu führen, mit einem funktionstüchtigen Auto für die Familie, einer 10-14-tägigen Urlaubsreise pro Jahr und einem Naherholungsausflug einmal im Monat, Wohnung mit ausreichender Quadratmeterzahl und Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben der eigenen Wohnstadt und allem Anderen, wofür man sich in Mittelschichtkreisen zutiefst schämen würde, es sich nicht leisten zu können, komme ich auf folgende Mindestbedarfe:
| Haushaltstyp | Mindestnettoeinkommen für normales Leben |
| Einzelperson | 1.800 € |
| Zusammenlebendes Paar | 3.200 € |
| Paar mit einem Kind | 3.800 € |
| Paar mit zwei Kindern | 4.300 € |
| Paar mit drei Kindern | 4.800 € |
Das alles würde ich hier gerne in einer langen Blog-Artikel-Runde über unsere neuere Kommentarfunktion mit Ihnen diskutieren. Zunächst die Gesamtbeträge, dann die einzelnen Posten meiner Rechnung und am Schluss noch einmal die Gesamtbeträge.
Dabei möchte ich lernen, was meine Frau und ich ggf. falsch machen, wo andere Leute günstiger fahren, ohne Abstriche vom "normalen Lebensniveau".
Stehen Beiträge wie die von uns verwiesene Fernsehsendung irgendwo im Internet, dann melden sich sofort immer irgendwelche Leute, die behaupten, "Ich komme als Einzelperson dagegen aber locker mit 1000 Euro im Monat aus. Ihr jammert doch auf hohem Niveau!"
Auf was verzichten denn dann solche Leute, die das von sich behaupten?
Den Versicherungsschutz bei Haftpflichtschaden, Unfall, Berufsunfähigkeit und auf den Rechtsschutz, wie ich selbst mehrere Jahre während des Studiums gar nichts davon hatte und glücklicherweise keine entsprechende Schäden davon trug? Auf die heute als notwendig erachtete private Altersvorsorge? Auf das Auto, die eine jährliche Urlaubsreise? Oder liegt es an familiären Vergünstigungen, wie einer mietfrei benutzten Wohnung der Eltern usw, die dann aber zum monatlichen Einkommen ehrlicherweise hinzugerechnet werden müssten?
Bitte nehmen Sie die Chance wahr, hier zunächst über die von mir alleine geschätzten Gesamtwerte zu diskutieren, denen am Ende dieser neuen Artikelserie gemeinsam erarbeitete und ausdiskutierte Werte gegenüber stehen sollen:
| Haushaltstyp | Mindestnettoeinkommen für normales Leben |
| Einzelperson | 1.800 € |
| Zusammenlebendes Paar | 3.200 € |
| Paar mit einem Kind | 3.800 € |
| Paar mit zwei Kindern | 4.300 € |
| Paar mit drei Kindern | 4.800 € |
Finden Sie 1800 Euro netto monatlich sind zu viel oder zu wenig Geld, um als Single in Deutschland ein normales Durchschnittsbürger-Leben führen zu können?
Finden Sie 1400 Euro sind zuviel oder zu wenig für die zweite Person in einem Zwei-Personen-Haushalt?
Sind ca. 800 Euro für das erste Kind (inklusive Kindergeld/Kinderfreibetrag) und ca. 700 Euro (inklusive Kindergeld/Kinderfreibetrag) für jedes weitere Kind bei den heutigen Preisen genug?
Was gehört für Sie alles zu einem normalen Leben, zu einem durchschnittlichen Lebensstandard dazu?
Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Knut Karnann
Damit Menschen, die dieses Thema ebenfalls umtreibt, diesen Artikel im Internet besser finden, füge ich ganz unten eine entsprechende "Schlagwort-Wolke" hinzu, die Sie aber nicht zu lesen brauchen.
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Schlagwort-Wolke:
Wer verdient wieviel? - Wieviel Geld braucht man monatlich? - Einkommenstabelle - Gehaltstabelle - Einkommensübersicht - Verdiener - Verdienst - Lohn - Nettogehalt - Nettolohn - Nettoeinkommen - monatliche Ausgaben - Mittelschicht - Mittelklasse - Mittelschicht schrumpft - Mittelschicht stürtzt ab - Rückgang der Mittelschicht - Schrumpfen der Mittelschicht - Bedrohte Mittelschicht in Deutschland - Familie - private Haushaltsaufstellung - Sparen - Wieviel muss man verdienen, um ein normales Leben zu führen / führen zu können - Wieviel Einkommen muss man haben für eine Familie oder als Single / Einzelperson - Durchschnittseinkommen - Durchschnittsverdienst - was geben die Menschen aus für den Lebensunterhalt - Was gehört zum Lebensstandard der durchschnittlichen Mittelschicht? - Netto, Brutto - Bruttogehalt - Bruttolohn - Bruttoeinkommen - Einkommen Angestellte Tarif / außertariflich - Einkommen Selbständige - Rentabilitätsrechnung - Einkommen abhängig Beschäftigte in Deutschland - Verdiene ich genug? - Mindesteinkommen - Mindestlohn - Existenzminimum - Haushaltseinkommen - Doppelverdiener - Alleinverdiener - finanzielle Belastung durch Kinder - Einkommen und Auskommen - Mit wieviel Geld kann man monatlich auskommen? - Geld reicht - Geld reicht nicht - Dispositionskredit - Verschuldung - Konto am Ende des Monats im Minus - hohe Belastung durch Dispositionszinsen - Einkommen reicht nicht - Netto reicht nicht aus - Geld reicht uns nicht - Hinzuverdienst - 400-Euro-Jobs - Zweitjob - Drittjob - Preise steigen ständig - Preiserhöhungen - Inflation - Leben ist zu teuer - Leben wird zu teuer - Haushaltskasse ist leer - Haushaltskasse am Ende des Monats leer - am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig - Kein Auskommen mit dem Einkommen - Verdiene ich, was ich verdiene? - Netto Haushaltseinkommen 2 Personen - Brutto-Haushaltseinkommen - 400 euro job wieviel stunden - was für ein Stundenlohn ist ausreichend - was für ein Jahreseinkommen / was für ein Monatseinkommen ist heute ausreichend für eine Familie / für einen Single / 1-Personen-Haushalt - was für ein Jahreseinkommen ist heute ausreichend - von welchem Stundenlohn kann man noch leben? - SOS Mittelschicht - Nicht Reden über Geld - Warum redet man nicht über sein Einkommen? - Gürtel enger schnallen - von wegen wir haben über unsere Verhältnisse gelebt - geht es den Deutschen zu gut - die deutschen verdienen immer weniger - nettoeinkommen mittelschicht - bruttoeinkommen mittelschicht - nettoeinkommen mittelklasse - bruttoeinkommen mittelklasse - Durschnittliches Netto-Einkommen einer Person in Deutschland - kinderlose - Ehegattensplitting - Familieneinkommen - Familie mit einem Kind - Familie mit zwei Kindern - Familie mit drei Kindern - Preisentwicklung - Durchschnittseinkommen Single - Durchschnittseinkommen Verheiratete - wieviel geld reicht - wie hoch muss das Gehalt sein - wie hoch muss das Monatsentgelt sein - wie hoch muss das monatliche Entgelt sein - Normales Netto Jahresgehalt - wieviel netto bei zwei kindern - wieviel netto bei einem Kind - wieviel netto bei drei kindern - ich komme mit geld nicht über den Monat - wieviel einkommen mit zwei kindern? - wieviel einnahmen monatlich um im alter gut leben zu können - können zwei menschen von 1400 euro leben - kann eine Familie von soviel Euro leben? - netto Gehalt abzüglich Belastungen was zählt dazu? - geld reicht nicht familie mit 2 kindern - 1400 euro netto single - Ab welchem Jahreseinkommen gehört man zur Mittelschicht - einkommen für paar mit kind - wieviel netto hat eine familie mit zwei kindern - weniger netto 2010 - wieviel einkommen benötigen kinderlose
45 MIN – S.O.S. MITTELSCHICHT
Ein Film von Carsten Rau und Hauke Wendler (Doku, NDR 2010)
Monika Rakebrandt macht sich Sorgen. Ihre zehnjährige Tochter Isabelle braucht eine Zahn¬spange. Aber ob die Familie aus Wolfenbüttel sich die Zuzahlung von maximal 600 Euro leis¬ten kann, weiß Frau Rakebrandt nicht. "Wir kommen aus der Mittelschicht, wir haben immer ge¬arbeitet, immer sparsam gelebt", erzählt die junge Mutter. "Da kann es doch nicht richtig sein, dass meine Tochter mit schiefen Zähnen aufwachsen soll, nur weil die Löhne heute nicht mehr reichen?!"
So wie den Rakebrandts geht es immer mehr Menschen aus der deutschen Mittelschicht. Sie klagen über steigende Kosten, über hohe Steuern und Sozialabgaben. Sicher: Niemand von ihnen muss hungern. Aber das Versprechen der Nachkriegsjahrzehnte – leiste was, dann kannst Du Dir was leisten ¬– gilt nicht mehr für jeden. Stattdessen herrscht Angst um den Ar¬beitsplatz, Angst vor dem sozialen Abstieg; "Statuspanik", wie Experten sagen.
Noch in den Achtzigern gehörten zwei von drei Deutschen zur Mittelschicht. Heute sind es nur noch 58 Prozent. Selbst wer gut verdient, hadert oft mit der Ungerechtigkeit. Ines Lalla und Carsten Lange sind beide berufstätig, haben zusammen 4.600 Euro netto im Monat. "Uns geht es gut", sagt Lange. "Aber manchmal packt mich die kalte Wut. Die da oben bekommen es hin¬terher geworfen, die da unten auch und die Mitte muss zahlen – wir!"
Für "45 Min" haben die Autoren Carsten Rau und Hauke Wendler in Wolfenbüttel gedreht; einer Stadt, die für viele in Norddeutschland steht. Sie haben zwei Familien aus der Mittelschicht be¬gleitet, am Arbeitsplatz und Zuhause. Eine Spurensuche mit vielen offenen Fragen: Wie schlecht geht es der Mittelschicht tatsächlich? Was sind die wirklichen Gründe dafür? Und was kann man daran ändern?
ERSTAUSSTRAHLUNG: Dienstag, 19.10.2010, 22:30 Uhr im NDR Fernsehen

In unserem Land wird von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis90/Die Grünen gegenwärtig mehr abgerissen, als nur ein denkmalgeschützter Bahnhof und ein paar dutzend Park-Kastanien!
Die Abrissbirne dieser Parteien ist längst auch gegen die Demokratie und unseren Rechtsstaat als solchen, unseren Sozialstaat und die gesamte deutsche Mittelschicht, unser aller Wohlstand und Lebensglück gerichtet. Deshalb kann der Bürgeraufstand gegen Stuttgart 21 nur ein Anfang sein. Aber, Kinder, seht selbst auf den hier eingebetteten Videos, was für ein Anfang das ist!!!
Die Stuttgarter zeigen gegenwärtig, was möglich ist, wenn das Volk endlich aufsteht oder wenn das passiert, was ich in einem älteren Blog-Artikel einmal ungefähr so formulierte: "... die Masse der Mittelschicht endlich die ihr in den Unternehmen beigebrachte, bis ans Maximum optimierte Kooperationsfähigkeit, Professionalität und Effizienz dazu einsetzt, die politische Sphäre wieder aktiv in ihrem Sinne mitzugestalten!"
Die Ihr nun aufgestanden seid, bleibt oben! Die Ihr noch sitzt, steht JETZT auf! Der Widerstand ist JETZT da, Stuttgart sei dank. Freiheit und Demokratie müssen nun von Gesamtdeutschland noch einmal erkämpft werden! Wo bist Du?
I Survived S21
Design by dotcombinat.net
Und bald auch als Schwaben-Schnäppchen zusätzlich im Angebot: Stuttgarter Pflastersteine im Geschenkpaket
Bitte unterstützt durch solche Einkäufe den Rechtshilfe-Fonds der Stuttgart-21-Gegner.
Engagiert Euch in diesen wunderbar umfassend und mitten aus der Mitte der Mittelschicht heraus, perfekt organisierten Initiativen:
http://www.bei-abriss-aufstand.de
http://www.parkschuetzer.de
In der gegenwärtigen Postdemokratie braucht es noch nicht einmal eine Revolution. Es braucht lediglich eine grosse "Fraternition", eine Verbrüderung von uns allen, die wir unter dem Diktus einer nur vorgeblichen und angeblichen Leistungsgesellschaft bislang angeleitet worden waren, in einem alltäglichen Konkurrenz- und Überlebenskampf vor allem misstrauisch gegeneinander zu stehen. Bürger, lernt vor allem Solidarität und Einfühlungsvermögen. Der Schwester und dem Bruder, die gefallen sind, muss geholfen werden, so wie auf dem nachfolgenden Bild, auf dem man auch sieht, wie sich die Damen und Herren von der CDU vermutlich vorstellen, wie das neue Gesicht der freien Bürger in Zukunft aussehen soll: Von der Polizei blind geschossen. Mit uns nicht! Mittelschicht auf die Strasse, in ganz Deutschland überall!
Quelle: Quelle: ImageShack.us
Weitere aktuelle Illustrationen zu CDU-Zitaten finden Sie, zusammengestellt von der Seite duckhome.de, auf imageshack.us, wenn Sie folgenden Links hinter den Zitaten folgen:
"Alle Grundrechtlich geschützten Bereiche enden irgendwo." Wolfgang Schäuble, Januar 2008
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Jesus Christus, DIE Leitfigur unserer westlichen Zivilisation hat sich sein (irdisches) Leben lang eingesetzt für Arme und Ausgegrenzte, ihnen Respekt, Würde und Einfühlung geschenkt und ihnen gegenüber die meisten seiner Wunder vollbracht!
Ultraliberalismus dagegen verachtet, in Respekt und Würde entziehender Weise, die Armen und grenzt sie bewußt immer weiter aus!
Damit ist die wirtschaftsfundamentalistische Ideologie des Ultraliberalismus DER Antichrist unserer Zeit und die Anhängerinnen und Anhänger dieses neuen Antichristen, wie Frau von der Leyen nun als eine vermutet werden muss (neben Hunderttausenden treuwitzigen Bild-Lesern), handeln entsprechend.
Frau von der Leyen verbricht damit sieben Skandale auf einmal:
1. Dem Sonderthema, dem Bundesverfassungsgericht nachzukommen hinsichtlich seiner Entscheidung zu der Höhe von Hartz IV für Kinder, verweigert sich die Bundesregierung mit diesen Entscheidungen offenbar! Das ist der größte Skandal zu diesem Thema. Die Bundesregierung macht auf diese Weise bewusst und offiziell Schluss mit der Chancengleichheit in diesem Land für heranwachsende Menschen, was einem revolutionären Paradigmenwechsel weg vom Sozialstaat und wieder hin zum Feudalstaat bedeutet. Die Sozialstaatlichkeit ist aber im Grundgesetz dieser Bundesrepublik, dieser Nation als "ewige Vorschrift" enthalten, die laut Artikel 20 niemals abgeändert werden darf und hinsichtlich der jeder Deutsche gemäß Artikel 20 Absatz 4 das Recht zum Widerstand besitzt gegen alle Menschen, die diese Ordnung in dieser Bundesrepublik entmaterialisieren wollen, so wie diese Bundesregierung es tut GEGEN die Verfassung und GEGEN ihre höchsten Richter in dieser Republik.
2. Es ist unsäglich, dass das Thema einer notwendigen Erhöhung überhaupt zum Gegenstand einer Diskussion gemacht wird, da es sich de facto, die Kaufkraftentwicklung berücksichtigend, um überhaupt keine Erhöhung handelt, sondern um eine längst fällige Anpassung zum notwendigen Erhalt des Existenzminimums für unsere Ärmsten.
3. Diese Kaufkraftanpassung wäre die rechte und billige Pflicht einer jeden diensthabenden Bundesregierung gewesen. Das Volk wird auf diese Weise permanent, still und schleichend enteignet: Achtung, auch die Mittelschicht, denn auch bei Steuerfreibeträgen, Pendlerpauschalen-Kilometersatz und Kindergeld, Rente und anderen bisherigen Besitzständen der Otto-Normal-Bürger, versäumt man seit Jahren ebenfalls bewusst die notwendigen Kaufkraftanpassungen, die deshalb in anderen europäischen Ländern vorgenommen werden z.B. alle zwei Jahre routinemäßig und sogar aufgrund entsprechender, expliziter gesetzlicher Verpflichtung der Exekutive! Eine solche bewusste und heimtückische und finanziell höchst schädliche Verweigerung würde einen jeden abhängig Beschäftigten von uns da draußen den Job kosten. Warum sollen wir, als Volk, Arbeitgeber dieser finanziell wohl gepolsterten Damen und Herren im Amt, z.B. des Arbeits- und Sozialministers, diesen das durchgehen lassen? (Wählen Sie wieder schwarz oder gelb in drei Jahren?)
| Name | Lebensdaten | Partei | Beginn der Amtszeit |
Ende der Amtszeit |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Bundesminister für Arbeit und Soziales | |||||
| Franz Müntefering | * 1940 | SPD | 22. November 2005 | 21. November 2007 | |
| Olaf Scholz | * 1958 | SPD | 21. November 2007 | 28. Oktober 2009 | |
| Franz Josef Jung | * 1949 | CDU | 28. Oktober 2009 | 27. November 2009 | |
| Ursula von der Leyen | * 1958 | CDU | 30. November 2009 | im Amt | |
4. Dass man nun, da man sich endlich die Arbeit macht, bei Weitem nicht den offiziellen (und ohnehin von unseren Bundesstatistikern vermutlich schön gerechneten) Kaufkraftverlust in Höhe von mindestens 20% beschließt seit der beim Hartz IV Regelsatz zu Grunde gelegten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe von 1998 (schon das war verrückt, wenn man bedenkt, Hartz IV wurde erst 2003 Gesetz mit Wirkung noch später, ab 2005, danke für einen entsprechenden Hinweis in einem Leserkommentar vom 6.10, aufgrund dem ich dieses hier noch einmal explizit ergänze!) das wären mindestens rund 70 bis 80 Euro, sondern 5 bis 10 Euro geben will und gleichzeitig auch dem Bundesverfassungsgericht gegenüber bzgl. der notwendigen Satzerhöhung für die Kinder nicht nachkommt, muss, meiner Meinung nach, ebenfalls als eine Form böswilliger Arbeitsverweigerung unserer Regierenden angesehen werden! Die Bundesministerin macht nun "Dienst nach Vorschrift", langt da wenigstens 'mal hin, da das Bundesverfassungsgericht eine so vehemente Rüge ausgesprochen hat, tut aber letztendlich im Verhältnis zu dem mit dieser Rüge geforderten doch eher nichts! Wie würde in den Firmen mit einem x-beliebigen Arbeitnehmer umgegangen mit einem derart unakzeptablen, Sabotage ähnlichen Verhalten?
5. Der Erhalt der durch regelmäßige Kaufkraftanpassungen sicher zu stellenden Besitzstände der großen Menge der normalen Bürger wird durch das Gewohnheitsrecht einer solchen Verweigerungshaltung der Regierenden, etabliert durch die sprachlose Duldung der Millionen "Schlafschafe" im Land, zu einer bloßen Ermessenssache degradiert, wir, die Anspruchsträger zu Bittstellern und die Damen und Herren Minister, die eigentlich nur Leute sind, die gefälligst, wie wir, zumindest ihre tägliche Arbeit erledigen sollen, zu mächtigen, behäbigen und nach Belieben wahlweise großmütigen oder erbarmungslosen Almosenspendern überhöht, was sie nicht sind. Und das wird durch unsere Mainstream-Medien offensichtlich ebenso gefördert und letztlich zementiert, indem jedes Mal eine Diskussion eingeleitet wird darüber, was als Routineangelegenheit und selbstverständliches Tagesgeschäft der Regierenden eigentlich keine Zeile wert sein sollte, wenn es denn pflichtgemäß einfach nur getan würde. Wir müssen uns einer solchen aufgezwungenen falschen Diskussion deshalb verweigern und stattdessen diskutieren, warum die Ministerinnen und Minister uns, dem Volk gegenüber, ihre Routinearbeit schwänzen und unseren Familien damit jeden Monat finanziellen Schaden zufügen.
6. Mit dieser "Arbeitsverweigerung" ist Kaufkraft real eine massive Hartz IV-Senkung verbunden, die durch das jüngste Verhalten der schwarz-gelben Bundesregierung nun auch irgendwo als nicht nur irgendwie "unabsichtlich herbei geschludert", sondern nun auch offiziell als offenbar so gewünscht zementiert ist. Dass diese mit dieser Minder-Durchführung erfolgte reale Absenkung des Hartz IV Satzes nun stattdessen aber auch von den Medien als nicht zugestandene Erhöhung beschönigt und kaschiert werden soll, ist nicht nur skandalös, sondern geradezu infam!
7. Und dass man, um wiederum das eigene unsägliche Missverhalten als Regierung zu kaschieren, die Nebelkerze einer diskriminierenden Proleten-Diskussion um einen Betrag für eine Schachtel Zigaretten oder zwei, drei Bier im Monat (von denen man sich gewiss nicht, auch nur ein einziges Mal in den Rausch trinken wird können) entzündet, ist nicht nur irgendwie schäbig, sondern den in einem maßlos ungerechten, turbokapitalistischen System wirtschaftlich Gestrauchelten gegenüber geradezu menschenverachtend und ehrentziehend, also genau das Gegenteil von dem, was uns "unser Herr" Jesus Christus an Verhalten gegenüber den Armen und Ausgegrenzten vorlebte.
Seid achtsam! Die ultraliberalistische Ideologie, der offenbar auch eine Frau von der Leyen verfallen ist, ist der neue Antichrist, der die westliche Zivilisation in wenigen Jahren in finsterste Abgründe führen wird, wenn wir nicht endlich alle künftig, denn alles andere ist wirkungslos, über unsere für alternative Kleinparteien, die es mittlerweile ja auch mit realistischen Aussichten gibt, eingesetzte Wählerstimmen denen entsagen, die diesem Geist der Finsternis offenbar bedingungslos Folge leisten!
Das war das Wort zum Sonntag, liebe Christen, oder seid Ihr überhaupt noch welche?
Viele von denen, in den Parteien, die mit C anfangen, sind es zweifellos nicht mehr!
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