Liebe Leserinnen und Leser,
als Einstimmung für den Bundestagswahlkampf schlage ich Euch ein Assoziationsspiel vor. Ergänzt doch einmal die Wahlkampfslogans der etablierten Parteien mit dem, was Euch dazu so als Erweiterung spontan einfällt.
CDU:
WIR HABEN DIE KRAFT_____________________________
FDP:
Deutschland kann mehr_______________________
SPD:
Unser Land kann mehr _________________________
Grüne/Bündnis 90:
Aus der Krise hilft nur Grün ________________________
CSU:
Was unser Land jetzt braucht ____________________
Würde mich freuen, Eure Ideen als Email zu erhalten (Symbol oben unter dem Titel).
Bei mir kam folgendes heraus:
CDU:
WIR HABEN DIE KRAFT, Euch zu knechten!
FDP:
Deutschland kann mehr (und die Wirtschaft möchte ja auch noch viel, viel mehr Saft aus Euch verblödeten Limetten und Euerer Staatszitrone rauspressen! Der letzte Tropfen ist da doch noch lange nicht geflossen ...)
SPD:
Unser Land kann mehr arbeiten für weniger Lohn und größere Lebensunsicherheit!
Grüne/Bündnis 90:
Aus der Krise hilft nur Grün …zeug auf der Fensterbank anbauen.
CSU:
Was unser Land jetzt braucht ist mindestens ein Marien-Wunder!
Danach wusste ich gleich, welche der etablierten Parteien mir offenbar die sympathischeren sind.
Viele Grüße,
Euer Knut
P.S.: Bemerkenswert ist übrigens die vollkommene Ähnlichkeit von FDP- und SPD-Slogan! Der Konzeptionär des Marktradikalismus und sein "Auftragskiller" sind eben nicht weit auseinander.
Die CDU erleidet in allen vier Wahlen dramatische Verluste, verliert in NRW sogar einige wichtige OB-Positionen an die SPD. Erstaunlich, da die bundesweiten Sonntagsumfragen zletzt für schwarz-gelb immer so stabil aussahen, wird da doch mittlerweile auch getürkt?
Die Linken, für die es nach den gleichen Umfragen zuletzt bergab ging, verzeichnen dagegen grandiose Stimmengewinne! Die FDP, die diese Umfragen in die 18 Prozent-Sphäre heben, gewinnt, aber bei Weitem nicht so dramatisch, wie die Sonntagsfragen das zuletzt andeuteten.
Nur für die SPD geht's außer in einigen Oberbürgermeisterwahlen in NRW wirklich bergab, wie in den Prognose-Statistiken.
Für die Bundestagswahl würde eine schwarz-gelbe Mehrheit wohl das Ende des Kündigungsschutzes in Deutschland bedeuten. Da ist mir ehrlich gesagt eine Fortsetzung des Beinahe-Stillstandes unter einer grossen Koalition wesentlich lieber. Denn die Krise ist am Arbeitsmarkt noch lange nicht durch. Was nützen Steuererleichterungen den Leuten, die ihren Job verlieren und ihren Familien. Gar nichts mehr. Außerdem riecht man bei den Versprechungen der Union und der FDP bzgl. Steuererleichterungen schon förmlich den Wortbruch nach der Wahl. Wo soll es nach über 500 Milliarden für die Banken und Rückgang des Gesamtsteueraufkommens noch Raum für Steuererleichterungen für die Mehrzahl der Menschen geben? Und überhaupt war schon immer meine Rede, dass die Flat-Tax-Modelle von Union und FDP nicht die Vereinfachung als eigentliches Ziel haben, sondern die größere Ungerechtigkeit des Steuersystems zu Lasten der kleineren und mittleren Einkommen und zur Entlastung der hohen Einkommen. Die Vereinfachung ist nur der Köder für die Kleinen und Mittleren, die Steuererklärungen hassen und nicht wie die Reichen sich einen Steuerberater für Alles leisten können
Unter Schwarz-Gelb würden sich auch die Privatisierungs-Exzesse noch einmal wesentlich verschärfen! Der Berliner S-Bahn-GAU läßt grüßen. Privat ist nicht besser als Staat, das sollte nun auch der Langsamste begriffen haben! Ein demokratisch kontrolliertes öffentliches Unternehmen ist einem privaten Quasimonopol ohne Frage vorzuziehen und im Infrastrukturbereich sind Quasimonopole im Privatisierungsfall oftmals unvermeidlich, da konkrurrierende Infrastrukturen schlichtweg vielfach nicht realisierbar sind. Unter den Quasimonopolen leiden aber nicht nur die Kunden über schlechte Leistungsqualität, Leistungsausfälle oder sogar Sicherheitsmängel bei viel höheren Kosten, sondern es leiden vor allem auch die Beschäftigten: Outsourcing und Lohndumping kosten viele die wirtschaftliche Existenz.
Auch bei diesem Thema ist die Aussicht auf angeblich bessere und preisgünstigere Leistungen privater Anbieter nur der Köder für uns. In Wahrheit geht es darum, dass die zehn Prozent, denen sowieso schon fast siebzig Prozent (in den USA bereits deutlich mehr) von allem gehört jetzt auch noch an die restlichen dreißig Prozent der Vermögensgüter ran wollen. Und da von den restlichen dreißig Prozent der größte Anteil in öffentlichem Eigentum ist, müssen die die Privatisierung vorantreiben. Das ist das einzige, wahre Motiv für die "liberalen" Privatisierungsexzesse! Und die Finanzkrise und die darauffolgenden Milliarden für die Banken hatten genau den gleichen Sinn: Enteignung des Gemeinwesens zu Gunsten Großeigentümer der Finanzdienstleistungsunternehmen (die gewiss zu den genannten zehn Prozent gehören).
Darüber sollte in den Fernseh-Talkshows endlich diskutiert werden: Gibt es eigentlich noch eine Demokratie, wenn über neunundneunzig Prozent der realen Welt im Eigentum sich von weniger als zehn Prozent der Menschen befindet? Worüber sollte ein Volk im Sinne eines demokratischen Souveräns dann noch bestimmen, wenn Eigentümer dann weiterhin frei über ihr Eigentum verfügen und bestimmen können. Und dass diese neuenundneunzig Prozent in wenigen Jahren erreicht sein werden steht doch eigentlich außer Frage, wenn man sich ansieht mit welchen Vermögenszuwachsraten die Reichen rechnen, laut Ackermann mit rund zwanzig Prozent.
Wenn einer kleinen Minderheit siebzig Prozent der Welt gehören, wie oft müssen sie dann zwanzig Prozent Rendite erzielen, dass ihnen über neunundneunzig Prozent gehören. Das kann man mit simpler Mathematik ausrechnen, das wären nur rund zwei Jahre.
Seien wir realistischer als Ackermann und gehen von zehn Prozent Rendite aus und ziehen davon noch zwei Prozent ab, die davon das allgemeine Wachstum bei uns im Durchschnitt noch hergibt, dann berechnet sich folgendes:
Am Ende der Regierungszeit der Bundesregierung, die wir Ende September wählen, werden den reichsten zehn Prozent in diesem Land ca. neunzig Prozent der realen Welt eigentumsmäßig gehören und in der Mitte der Regierungszeit der übernächsten Regierung wird dieser Minderheit ALLES gehören. So kurz stehen wir vor dem absoluten Aus! Es ist wie bei der Seerose, die sich jedes Jahr verdoppelt. Erst braucht es hundert Jahre bis sie den halben See zugewachsen hat, aber dann ist innerhalb von nur einem Jahr der ganze See zu. Jetzt wird klar, warum die CDU mit Hrn. Schäuble den Bundeswehreinsatz im Inneren will. Man rechnet schon damit, dass die neunzig Prozent, die von da an alle und zwar inklusive ihrer Kinder und Kindeskinder für immer völlig Besitzlose sein werden, sich damit vielleicht nicht abfinden werden wollen. Und auch hierfür haben sie einen Köder: die von ihnen selbst künstlich geschürte Angst vor den Höhlenmenschen aus dem Hindukusch.
Damit gibt es für mich eigentlich nur noch eine Wahlempfehlung, die Mittelschicht.com bisher immer nicht zulassen wollte. Denn wenn diese, wie nun sogar sehr kurzfristig abzusehen ist, Situation eintritt, dass die Vermögensverteilung in Frage stellt, ob unsere demokratischen Instanzen, wie die Parlamente überhaupt noch etwas gegen die Allmacht der Vermögensoligarchen ausrichten werden können, dann wird es sehr wichtig sein, so viele möglichst echte Sozialisten wie nur irgend machbar im Parlament zu haben.
Wer kann, belege mir in unserem Gästebuch bitte stichhaltig, dass ich mit den gerade gemachten Gedankengängen nicht richtig liege. Ich befürchte es wird niemandem möglich sein!
Gerade reden sie im Fernsehen von neuen bunten Verhältnissen, wir werden uns wundern, was da erst 2014 bis 2016 noch auf uns zukommt! Schäubles Bundeswehr im Inneren wird nicht reichen, wahrscheinlich werden sie chinesische "Friedenstruppen" hier einfliegen, um uns im Zaum zu halten. Die haben das dann mit dem Kopfschuss von hinten auch schon drauf!
NACHRICHTEN GELESEN MIT DER BRILLE DER MITTELSCHICHT
Das Volk wurde und wird in Deutschland im Gegensatz zu den Wahlberechtigten anderen Ländern, die bislang alle ablehnten, nicht gefragt, ob es dem Vertrag von Lissabon, der Vorstufe zu einer europäischen Verfassung und der Erweiterung der EU-Kompetenz bei wichtigen Themen etwa der inneren Sicherheit und der Verteidigungspolitik zustimmen möchte. Allein dagegen, gegen diese Missachtung des demokratischen Souveräns in so grundsätzlicher Frage, sollte man eigentlich in großer Zahl auf die Straße gehen.
Dank einiger weniger Aufrechter, die vor das Bundesverfassungsgericht zogen, gab es bis zum 30. Juni noch einmal Hoffnung, dass der Beitritt zum Lissabon-Vertrag durch die Bundesrepublik Deutschland hierzulande durch eine Klage vor unserem höchsten Gericht gestoppt werden konnte.
Leider erfüllte sich diese Hoffnung vieler Menschen nicht. Jedoch war die Klage und das Urteil wichtig, da weiteren Bestrebungen deutliche Grenzen gesetzt und das Gesetz, das die Art und Weise der deutschen Mitentscheidung im europäischen Rat regeln sollte, für verfassungswidrig erklärt wurde. An die Politik wurden klare Ansagen formuliert, was zu beachten ist, damit das Bundesverfassungsgericht die Unterschrift des Bundespräsidenten unter den Lissabonvertrag erlaubt.
Bitte liebe Bürgerinnen und Bürger, fragen Sie sich doch einmal, wie es kommt, dass ein Deutscher Bundestag, der mehrheitlich mit Juristinnen und Juristen besetzt ist, beinahe am laufenden Band und teils in ganz wesentlichen Dingen Gesetze generiert, die anschließend vom Verfassungsgericht als grundgesetzwidrig kassiert werden.
Man kann bei so vielen Volljuristen im Gesetzgebungsorgan mangelndes Wissen nicht unterstellen. Wenn es dieses aber nicht ist, dann bleibt nur noch die Hypothese als Erklärung, dass wir offenbar alle vier Jahre und wahrscheinlich auch wieder in diesem September Leute in das Parlament wählen, die die von uns finanzierte Muße der vollen finanziellen Versorgung durch eine Abgeordnetendiät dazu nutzen, systematisch unsere Verfassungsordnung zu unterminieren, indem sie am laufenden Band Gesetze generieren mit verfassungswidrigem, primär geltenden Recht. Sind unsere Bundestagsabgeordneten mittlerweile gar ein Fall für die Beobachtung durch den Verfassungsschutz?
Der Vertrag von Lissabon sollte für uns alle Anlass sein, im Sinne des Urteils des Bundesverfassungsgerichtsurteils vom letzten Dienstag
http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg09-072.html
zu resümieren, ob diese EU wirklich das ist, was wir uns als europäische Zukunft vorstellen. Hierzu ein Vortrag des Mannes aus Erlangen, der die Kläger in Karlsruhe vertreten hat:
http://video.google.com/videoplay?docid=-5576047373264439629
Der Vortrag ist für 16 Euro auch als DVD bestellbar unter
Schachtschneider@Eisbrecher.at oder unter der Rufnummer: 0043/(0)664/5835693 (Österreich) Preis: Euro 16,- + Versandkosten ** www.rettet-oesterreich.at
Auch habe ich eine der MITTELSCHICHT.COM sehr ähnliche Initiative von ATTAC gegen den Lissabon-Vertrag gefunden. Hier kann man die Iren für uns gegen den Vertrag von Lissabon abstimmen lassen, weil man uns ja nicht darüber abstimmen lässt. Hoffentlich wird ATTAC diese Initiative, da man die Iren nun nötigt im Oktober dieses Jahres erneut abzustimmen, rechtzeitig wiederbeleben:
http://irish-friends-vote-no-for-me.org/
Auch bei Mittelschicht.com kann man Einfluss nehmen auf das Abstimmverhalten jedes anderen Bundeslandes, in dem man nicht selbst wohnt, bei jeder der vielen deutschen Landtagswahlen. Da die formal vorgegebene Demokratie, so wie sie ist, immer mehr versagt, siehe die immer häufigeren grundgesetzwidrigen Entscheidungen des deutschen Bundestages, ist es höchste Zeit jeglichen kreativen Spielraum zu nutzen, um die Selbstbestimmung des Volkes wieder besser wirken zu lassen. Lesen Sie auf unseren Hauptseiten unter www.mittelschicht.com genaueres.
Die Mitbestimmungsrealität, auf den Nachdenkseiten hat man das zu dem Urteil zwar kritisiert, aber ich finde zu unrecht, ist eben nicht Aufgabe des Bundesverfassungsgericht, sondern unser Aller Aufgabe. Das Bundesverfassungsgericht hält nur und zum Glück, wie an dem aktuellen Urteil erkennbar, weiterhin die Wege offen, die die Selbstbestimmung des Volkes prinzipiell ermöglichen. Wahrgenommen werden kann und muss diese Selbstbestimmung durch UNS, das Volk.
Geben Sie sich einen Ruck! Das erinnert an den ehemaligen Verfassungsrichter und Bundespräsidenten Roman Herzog, der 2007 in der Welt am Sonntag ebenfalls die Ansicht vertrat, dass dieser Vertrag von Lissabon demokratische Maßstäbe wesentlich nicht erfüllt und eine europäische Verfassung in dieser Form abzulehnen ist.
Ein verteilbares Papier zum Vertrag von Lissabon gibt es z.B. von Mehr Demokratie e.V.:
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Eigentlich war ich schon immer ein Fan von ihm - immer friedfertig und klar in seinen Aussagen zeigt er uns, wie es in der Zukunft eigentlich laufen müsste.
Seine Visionen sollten in uns allen leben.
Hier das komplette Interview !
(Quelle: Welt am Sonntag)
Haben Sie schon einmal ein Rhetorik-Seminar besucht? Da erzählen die Trainer heute, wie jemand ankommt, das hängt zu neunzig Prozent an der gelungenen Form des Auftritts und nur zu zehn Prozent an sachlich richtiger und inhaltlich hochwertiger Darstellung bzw. an dem, was an tatsächlichen Erfolgen vorzuweisen ist.
Das wird uns Kursteilnehmern erzählt, damit wir uns umso mehr auch anstrengen, die Kunst des Blöffens, Blendens und Show-Machens zu erlernen und alle beginnen, sofort hart daran zu arbeiten. Sollte die Konsequenz aus dieser Erkenntnis aber nicht eine ganz andere sein?
Sollten wir nicht als passive Teilnehmer von Präsentationen und Vorträgen lernen, darauf zu achten, gegenüber formalen Macken und Unzulänglichkeiten oder stilistischen Normabweichungen oder lampenfiebrigen Patzern des Präsentierenden tolerant zu werden und stattdessen lernen, uns davon unabhängig möglichst objektiv auf das Inhaltliche zu konzentrieren und dieses möglichst unabhängig von der Form der Präsentation zu bewerten?
Man redet mit Menschen quer durch alle Gesellschaftsbereiche und überall wird einem bestätigt, die höheren Positionen werden überall nur noch von den perfekt blöffenden, aber fachlich oft komplett unfähigen Show-Talenten erobert; in der Politik, in den Staatsämtern, an den Hochschulen, in den Unternehmen. Kennen Sie das immer beliebtere Bullshit-Bingo?
Selbst in diffizilen Fach- und Wissenschaftskreisen der obersten Ebenen machen es sich die Zuhörer und Verantwortlichen heute so bequem, die Kompetenz der Vortragenden oder sich Vorstellenden zu bewerten durch die Überprüfung, ob ein bestimmtes, in diesem Kreis übliches Vokabular angewandt wird oder nicht. Die wenigen Kritiker dieser Zuhör- und Urteilsbildungsweise spielen dann auf den Zuhörersitzen das Spiel "Bullshit-Bingo". Die in dem Fachkreis gerade modernen, inflationär gebrauchten Modeworte, meistens Fremdwörter, die sich ja ungewöhnlich und möglichst hochtrabend anhören sollen, werden wie beim Bingo in einer Quadrate-Matrix angeordnet. Sobald eines dieser Worte im gehörten Vortrag fällt, wird das Wort angekreuzt und sobald sich in einer Linie gerade oder diagonal vier Kreuze aneinander reihen steht er in Gedanken auf und schreit „Bingo!“. Im Grunde verhält sich heute die Mehrheit der maßgeblichen Zuhörer oft genau so und entsprechend leicht kann man sich an die Spitze manipulieren. Unternehmensberater sind Meister auf diesem Gebiet.
Den machtgierigen Menschen, deren Blick von jeglicher Sachkenntnis und solider eigener Meinungsbildung ungetrübt ist, fällt dieses rein sprachlich, neurolinguistische Spiel auf der aktiven Seite besonders leicht. Und so wurden die Führungspositionen in unserer Gesellschaft schrittweise immer mehr von Menschen erobert, die dieses als einzige echte Kompetenz haben und Hochschulen, Unternehmen und Staat in Folge ihrer sonstigen grandiosen Inkompetenz sehenden Auges zu Grunde richten. Bzw. werden solche Leute sehr schnell zu Marionetten intelligenter, vermögender noch viel machtgieriger Leute, die sie als Schergen ihrer neuen oligarchischen Weltordnung zu Gunsten Weniger und zu Lasten Vieler vor den Karren spannen.
Weniger machtgierige, sachkompetente und sachergebnisorientierte Leute, die sich denen in den Weg stellen oder gegenüber den Bullshit-Bingo-Performern sich getrauen, auch einmal eine Gegenmeinung zu vertreten, erhalten dafür spätestens die Quittung, wenn die BBP (so will ich die Bullshit-Bingo-Performer ab jetzt abkürzen) schneller aufgestiegen sind und die disziplinarische Knute gegenüber den Sachkompetenten in der Hand halten. Die Sachkompetenten passen sich dann entweder ganz schnell an, werden auch zu BBP oder von der Karriereleiter gestürzt, evtl. sogar ins völlige Aus.
Wann wird es endlich zum dringendsten allgemeinen Thema erkoren, dass unser wesentlichstes gesellschaftliches Problem derzeit nicht in der Verschmutzung der Atmosphäre mit CO2 liegt, sondern in der Verschmutzung eines immer höheren Anteils gesellschaftlicher Macht- und Führungspositionen mit solchen BBP.
Das zu Grunde liegende Problem ist dabei auch, dass die Machtgier, von der die Geldgier nur eine Erscheinungsform ist und gerade die weltweite Wirtschaftskrise verursacht hat, neben dem Sexual- und Fresstrieb eine der stärksten menschlichen Antriebe für viele Menschen ist, der bei einem gewissen Teil der Menschen irgendwie krankhaft übertrieben zu sein scheint. Immer wieder in der Geschichte erobern sich diese Menschen deshalb die gesellschaftliche Macht, z.B. in Deutschland im Nationalsozialismus, was jedes Mal in einer historischen Katastrophe endet.


Dann erkennen die "machtneutralen" Menschen, wie gefährlich es ist, diesen Machtgierschlunden die Führung zu überlassen und sie entfernen jene durch eine Revolution oder wie in Deutschland ab 1945 durch eine "Entnazifizierung" aus den Machtpositionen und machtbewußte, normal vernünftige Menschen übernehmen die wichtigen Führungspositionen.
Das gelingt natürlich nicht zu hundert Prozent. Und in manchen Führungspositionen verbleiben zunächst still haltend, unauffällig einige Machtgierige, die später wieder zu Kernen neuer Seilschaften des verheerenden Führertypus werden.

Durch die gute Führung vernünftiger, nicht krankhaft machtgieriger Menschen schwindet unter den Guten langsam das Einsehen in die Notwendigkeit, wie wichtig es ist, krankhaft machtgierige Menschen aus gesellschaftlichen Führungspositionen herauszuhalten. Und normale, gute Menschen streben auch weniger stark in solche Positionen. Die Machtgierigen erobern erneut seilschaftenbildend aggressiv Führungsposition um Führungsposition in der Gesellschaft, in den Parteien, in den Staatsämtern, an den wissenschaftlichen Hochschulen, in den Privatunternehmen und an den Gerichten und in den Behörden. Die BBP sind im negativen Sinne immer machtbewusst und sorgen dafür, dass Führungspositionen in ihrem Bereich auch nur noch durch den hinsichtlich Beherrschung des Machttriebes schlechten Menschentypus besetzt werden, um ihre Seilschaften Schritt für Schritt zu erweitern und noch mächtiger zu machen.


Damit zieht eine neue Totalisierung der Gesellschaft herauf mit erneuten katastrophalen Folgen, die die Menschheit bei gleichzeitigem technischen Fortschritt und damit zunehmender zerstörerischer Effektivität der BBP irgendwann einmal nicht mehr überleben wird, wenn sie nicht in der Lage ist, diesen teuflischen Zyklus zu unterbrechen.

Notwendig dazu wäre, wie im Leitspruch der englischen Königin „The Evil Is Always There“, das permanente Bewusstsein unter den normalen, vernünftigen Menschen zu etablieren, dass diese Gefahr ständig besteht, so gut die Zeiten aufgrund der zuletzt eher guten Herrschaft auch sein mögen und dass diese Gefahr gerade dann auch am größten ist, wenn die Zeiten ansonsten am Besten sind. Und dass es wirklich fünf vor zwölf ist, sobald die Zeiten beginnen wieder deutlich schlechter zu werden, so wie jetzt.
Es ist wie im Science-Fiction-Epos „Krieg der Sterne“. Die gute Seite der Macht sind vernünftige, an sich nicht machtgierige Menschen, die ihre Verantwortung erkennen als fähige Menschen, Führungspositionen zu erobern, um die dunkle Seite der Macht von der Übernahme dieser für das Wohl der Gesellschaft als Ganzes so wichtigen Positionen abzuhalten. Und die dunkle Seite der Macht sind heute jene BBP, die beinahe schon wieder alle gesellschaftlichen Führungspositionen inne halten. In dieser Hinsicht sollten alle die guten, unmächtigen Menschen da draußen endlich zu "Jedi-Rittern" werden zur Rettung wenn schon nicht des Universums, dann wenigstens dieses Landes. Die Jedi-Ritter sind am Anfang Wenige, aber bisher haben sie am Ende immer gesiegt, leider sind sie zu oft erst zurückgekehrt nach dem großen Inferno, auf das die dunkle Seite der Macht in Führungsverantwortung stets hinausläuft. Mögen die positiv machtbewussten Jedis dieses Mal früher zurückkehren von ihrem Wüstenplaneten. In vielen unabhängigen Internetauftritten hört man sie bereits kommen!
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